Der Weg Albert Einsteins (1879-1955) zu seiner ersten Professur, 1909 an der Universität Zürich, war alles andere als geradlinig und ist eine Geschichte für sich. 1 Doch auch wenn Einstein sich gegen Ende seines Lebens darüber beklagte, dass «über die späteren Jahre meines Daseins mit einiger Ausführlichkeit berichtet worden ist, und gerade über die Schweizer Entwicklungsjahre nicht»,2 scheint diese Lücke bis heute gefüllt zu sein.3
Ganz aber ist die Geschichte nie auserzählt. Neues Licht auf Einsteins (Um-)Wege zur Professur4 wirft nun ein kürzlich aufgefundener Briefwechsel zwischen Alfred Kleiner, «der Zürcher Professor, der mich damals nach Zürich holte»,5 und dem Rechtswissenschaftler Eugen Huber, ein Jugendfreund Kleiners und zurzeit Einsteins in Bern Professor an der dortigen Universität.6 Huber sollte für Kleiner ein wichtiger Informationskanal darüber werden, wie sich Einstein in Bern «als Docent macht u als Person».7
Doch zunächst noch einmal zur Geschichte, wie sie uns bereits heute bekannt ist.
Einsteins (Um-)wege zur Professur
Einstein soll bereits früh eine akademische Karriere vorgeschwebt haben.8 Doch um den, dessen Name bis heute fast «zu einem Synonym für Genie» geworden ist,9 schien man sich in der Akademie zunächst nicht zu reissen.
Erster Vorhang: Der lange Weg zur Privatdozentur
Einstein immatrikulierte sich 1896 an der Eidgenössischen Polytechnischen Schule in Zürich, der heutigen Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH), in der Abteilung VI, der «Schule für Fachlehrer mathematischer und naturwissenschaftlicher Richtung».10 Im Sommer 1900 schloss Einstein sein Studium mit Erfolg ab.11
Doch ein darauffolgender Dissertationsversuch, nun an der Universität Zürich bei Alfred Kleiner,12 scheiterte.13 Seine Ende 1901 eingereichte Dissertation soll Einstein, auf Anraten von Kleiner, Anfang 1902 selbst wieder zurückgezogen haben,14 obwohl er anfangs noch geglaubt hatte,
«daß er [Kleiner] meine Dissertation nicht zu refüsieren wagt».15
Auch seinen Lebensunterhalt musste sich Einstein zunächst vor den Toren der Akademie verdienen. Zwar soll Einstein zunächst noch wie selbstverständlich davon ausgegangen sein, nach Abschluss seines Studiums sein Geld als Assistent am Polytechnikum verdienen zu können.16 Seine Erwartungen erfüllten sich jedoch nicht. Einstein erhielt auf seine Bewerbungen am Polytechnikum nur Absagen.17 Auch eine Vielzahl weiterer Bewerbungsversuche im In- und Ausland scheiterte:18
«Bald werde ich alle Physiker von der Nordsee bis an Italiens Südspitze mit meinem Offert beehrt haben!»19
So zeigte sich Einstein hocherfreut, als im Frühjahr 1901 am Horizont die Möglichkeit einer Anstellung am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum in Bern auftauchte.20 Einstein befand sich «glücklich», wenn er «einen so schönen Wirkungskreis erhalten könnte»;21 die Tätigkeit am Amt sei eine «wunderbare Arbeit».22
Ein Leben ausserhalb der Akademie erschien für Einstein nun zumindest denkbar, jedenfalls trug er dies gegenüber Dritten vor:
«Ich habe … dem Ehrgeiz, an eine Hochschule zu kommen, vollständig entsagt, da ich sehe, daß mir auch so zu wissenschaftlichem Streben noch Kraft und Lust genug übrig bleibt.»23
Und nachdem Einstein zum «technischen Experten III Klasse … des eidg. Amtes für geistiges Eigentum gewählt» worden war, trat er seine Stelle am 23. Juni 1902 an.24
Einsteins «wissenschaftlichem Streben»25 blieb die Akademie jedoch Sehnsuchtsort, und so beschloss er zum Jahreswechsel 1902/1903, doch noch «unter die Privatdozenten zu gehen»:
«Ich habe mich nun neuerdings entschlossen, unter die Privatdozenten zu gehen, vorausgesetzt nämlich, dass ichs durchsetzen kann. Den Doktor werde ich hingegen nicht machen, da mir das doch wenig hilft und die ganze Komödie mir langweilig geworden ist.»26
Doch «durchsetzen» konnte Einstein diese Privatdozentur und damit seine Habilitation ohne Promotion, aber auch ohne eigentliche Habilitationsschrift, trotz einer in Bern bestehenden Ausnahmevorschrift für den Fall von «sonstigen hervorragenden Leistungen», nicht.27 Einstein war erbost:
«Die hiesige Universität ist ein Schweinestall. Ich werde nicht lesen dort, weil es schad wäre, die Zeit zu verlieren.»28
Schliesslich erwarb Einstein im Sommer 1905 dann doch noch seinen Doktortitel, an der Universität Zürich,29 und ersuchte daraufhin am 17. Juni 1907 abermals «um die Erlaubnis, sich an der Philosophischen Fakultät der Universität Bern als Privatdozent für theoretische Physik zu habilitieren».30
Sein Gesuch fand nun vereinzelt Unterstützer, «und zwar, in Anbetracht der bedeutenden wissenschaftlichen Leistungen des Herrn Einstein, ohne eine spezielle Habilitationsschrift zu verlangen».31 Doch letztlich wurde abermals beschlossen, «nach längerer Diskussion», «das Gesuch abzuweisen, bis Hr. Einstein eine Habilitationsschrift eingereicht habe».32
Es folgte ein abermaliger Sinneswandel Einsteins. Einstein sah sich «veranlaßt»:
«ein zweites Mal meinen Entschluß zu wechseln und es nun doch mit der Habilitation an der Bernischen Universität zu versuchen. Zu diesem Zweck habe ich dem Herrn Dekan eine Habilitationsschrift übergeben.»33
Die Habilitationsschrift wurde angenommen, Einstein hielt seine Probevorlesung und die Fakultät empfahl schliesslich einstimmig, dem Kandidaten «die nachgesuchte ‘venia docendi’ für theoretische Physik zu erteilen»; am 29. Februar 1908 ernannte die Direktion des Unterrichtswesens für den Kanton Bern Einstein zum Privatdozenten.34
Zweiter Vorhang: Ein Professor, der «für seine Existenz fürchtet»?
Nun (be-)mühte sich nicht Einstein, sondern die Universität Zürich, in Person Alfred Kleiners,35 um den Herrn Privatdozenten.36
Vorausgegangen soll Kleiners Bestreben gewesen sein, sich durch einen Theoretiker bzw. durch eine zweite Professur für Physik an seiner Seite etwas Entlastung von seinen akademischen Lehraufgaben zu verschaffen.37 Kleiner hatte mit seinem Ansinnen zwar zunächst keinen Erfolg. Dann aber wurde die von ihm gewünschte Stelle doch noch geschaffen – und Kleiner dachte bzw. musste bei der Besetzung zumindest auch an Einstein denken.38
Ganz einfach war es aber nicht, die nun doch etwas vertrackte Situation aufzulösen:
«Für die Leute steht es natürlich so, daß sie sich einerseits Gewissensbisse machen, wie sie ihn [Einstein] früher behandelt, anderseits der Skandal nicht nur hier, sondern in Deutschland empfunden wird, daß so ein Mann am Patentamt sitzen soll.»39
Kleiner machte sich zunächst auf, «um das Tier zu visitieren», wie Einstein später selbst schrieb:
«Damals habe ich wirklich nicht himmlisch gelesen – teils, weil ich nicht sehr gut vorbereitet war, teils weil mir der Zustand des Ergründet-Werden-Sollens etwas auf die Nerven ging.»40
Und noch viel später hiess es dann von Einstein, zurückblickend:
«Der Zürcher Professor, der mich damals nach Zürich holte, war Prof. Kleiner (Physiker an der Universität), bei dem ich auch meinen Doktor machte. Er kam eigens nach Bern, um mich als neugebackenen Privatdozenten zu hören (Du und Chavan waren meine einzigen Hörer). Nachher meinte er mit Recht, es sei nicht sonderlich gut gewesen. Ich stimmte bei, bemerkte aber verschmitzt, dass sie mich ja auch nicht zu berufen brauchten. Er that es aber trotzdem.»41
Aber ganz so umgehend erfolgte der Ruf dann doch nicht. Bei Kleiner selbst sollen sich zunächst Vorbehalte breitgemacht haben. So wurde kurz nach Kleiners Besuch in Bern berichtet:
«Er [Kleiner] sei auch in Bern gewesen bei Einstein, aber der sei noch lange kein Dozent, der halte Monologe. Die Conjunctur hat sich also geändert, der Fall Einstein ist erledigt, bleiben nur die Physiker Deutschlands, aber für jemanden ganz Fremden wird Kleiner wohl nicht zu haben sein. Er scheint sehr zufrieden zu sein, daß sich für Einstein eine ablehnende Formel fand.»42
Diese Ansicht schien denn auch Einstein zu teilen:
«Die Geschichte mit der Professur ist ins Wasser gefallen, was mir aber ganz gleich ist. Es gibt ohne mich auch schon Schulmeister genug.»43
Doch Kleiner soll seine Eindrücke von Einstein breit gestreut haben, was wiederum Einstein nicht sehr behagte:
«Nun machte ich Kleiner brieflich ernsthaft Vorwürfe darüber, dass er ungünstige Gerüchte über mich ausstreue und dadurch meine ohnehin so mühevolle Position zu einer definitiven mache. Denn ein derartiges Gerücht macht jegliche Hoffnung, in das Lehrfach überzugehen, zunichte.»44
Als «Motiv des ewigen Aufschiebens und Zögerns» durch Kleiner vermutete man:
«Das Wesentliche ist … das, was er [Kleiner] nicht ausgesprochen, was mir aber ganz klar wurde aus dem Gespräch. Er sagte mit der größten Ehrlichkeit, wie furchtbar schwer ihm diese Sache werde, und mir wurde klar, daß sie ihm vor allem seinetwegen schwer werde, daß er für seine Existenz fürchtet, durch jemand fremden … beengt, zurückgedrängt zu werden. Das ist das wahre Motiv des ewigen Aufschiebens und Zögerns.»45
Doch schliesslich soll sich Kleiner, «nach einer recht umfangreichen Agitation, die betrieben» wurde, in die Lage versetzt gesehen haben,
«daß er in erster Linie Einstein vorgeschlagen müsse, da er nur einen Vorschlag machen könne, mit dem er durchdringe, und man überall verwundert sei, daß Einstein noch keine Stelle habe».46
Kleiner ging «in sich» und «sagte» Einstein:
«dass er mich für eine a.o. Professur gern nach Zürich holen würde, wenn er sich davon überzeugen könne, dass ich einiges Lehrtalent habe. Da schlug ich ihm einen Vortrag in der Physik. Gesellschaft Zürich vor … Dabei hatte ich Glück. Ganz gegen meine sonstige Gewohnheit trug ich damals gut vor».47
Dritter Vorhang: Einsteins Berufung
So sollte es schliesslich am 4. März 1909 in einem Schreiben des Dekans der philosophischen Fakultät (Sektion II) der Universität Zürich an den Direktor des kantonalen Erziehungswesens heissen:48
Zürich, den 4 März 1909
Herrn Regierungsrat H. Ernst
Direktor des kantonalen Erziehungswesens
Zürich
Hochgeehrter Herr Erziehungsdirektor!
Im Namen u Auftrag
unserer
Fakultätssektion beehre ich mich, Sie in
folgender,
unsere Sektion betreffenden Angelegenheit zu
be-
grüssen.
Schon längst hat sich für unsere Hochschule
die
Schaffung einer zweiten Professur für Physik als
drin-
gende Notwendigkeit herausgestellt und zwar aus
Grün-
den, die aufs engste mit der mächtigen Entwicklung
gerade dieser naturwissenschaftlichen Disciplin zu-
sammenhängen und die ich mir Ihnen, unter An-
lehnung an die
mir von unserem Fachvertreter
Herrn Prof. Dr. A. Kleiner, zur
Verfügung gestellten
Ausführungen darzustellen gestatten
möchte.
Schon seit Beginn des vorigen Jahrhunderts
hat
sich die Physik so gewaltig entwickelt, dass sich
für den
Unterricht mehr und mehr zwei Hauptgebiete
derselben
herausbildeten, von denen jedes an und
für sich schon eine
sehr ausgedehnte Disciplin darstellt:
die
„Experimentalphysik“ einerseits und die „theore-
tische oder „mathematische Physik“ anderseits.
Die „Experimentalphysik‟, die sich
mit den
empirischen Grundlagen physikalischer Erkennt-
nisse befasst, wird an Mittel- und Hochschulen als phy-
sikalische Elementarwissenschaft und als Hülfswissen–
schaft
für verwandte naturwissenschaftliche Disci-
plinen
(Astronomie, Chemie, Mineralogie, Medicin
etc.) in bedeutender
Ausdehnung durch Haupt-
professuren vertreten. An Hochschulen
wird Experi-
mentalphysik meist 5 stündig während 2
Semestern
vorgetragen.
Die „theoretische Physik“,
die sich mit der stren-
gen Formulierung der physikalischen
Gesetze, und
namentlich mit der Darstellung ihres
Zusammen-
hanges und mit der Darstellung physikalischen
Geschehens auf Grund zusammenfassender Theo-
rien und
Hypothesen beschäftigt, wird in besondern
Vorlesungen
vorgetragen, welche die „Experimental-
physik“ zur notwendigen
Voraussetzung haben.
Schon seit einigen Dezennien bestehen
daher für
diesen Zweig der Physik an den Hochschulen
beson-
dere Lehrstühle, und namentlich seitdem
physikalische
Laboratorien bestehen, deren Betrieb einen
erheb-
lichen Teil der Arbeitszeit und Arbeitskraft
ihrer
Leiter absorbierten, ist es dahin gekommen, dass
die Tätigkeit eines einzelnen Mannes nicht mehr
ausreicht, um
das ganze Gebiet der Physik dem
wissenschaftlichen Nachwuchs
zu übermitteln. Es ist
nicht mehr möglich, dass der Vertreter
der Experi-
mentalphysik an der Hochschule auch gleich-
zeitig noch die theoretische Physik in Spezialvor-
lesungen
und Spezialkursen vortrage, also diejeni-
gen Partien, welche
den wissenschaftlichen Teil
par excellence der Gesamtdisziplin
ausmachen.
Alle deutschen Universitäten sind daher
mit
mindestens 2 Professuren für Physik
ausgestattet
und auch in der Schweiz bestehen schon seit längerer
Zeit an den Universitäten Basel, Bern, Genf
und
Lausanne neben der Professur für
Experimental-
physik Lehrstühle für theoretische Physik, die
mit
ordentlichen oder mindestens ausserordentlicken Pro-
fessoren besetzt sind.
Es kann daher keinem Zweifel
unterliegen,
dass auch für unsere Hochschule die
Notwendigkeit,
eine zweite Physik-Professur, speciell für
theoretische
Physik, zu kreieren, unabweisbar geworden
ist.
Wenn die Fakultät, beziehungsweise unser
Physiker,
Herr Prof. Dr. A. Kleiner, nicht schon längst
mit einem
Vorschlag auf Schaffung einer zweiten Professur
für
Physik an die k. Behörden gelangt ist, so hatte
dies
seinen Grund in den besondern Verhältnis-
sen unserer
Universität. Als unser Kollege Kleiner
sein Amt antrat,
bestand an der hiesigen Hochschule
noch kein physikalisches
Laboratorium und es war –
mit Ausnahme grosser Universitäten –
entsprechend
dem damals noch wesentlich geringern
Umfange
der physikalischen Disciplinen, üblich und auch
möglich,
beide Gebiete, die Experimentalphysik und die
theore-
tische Physik, einem einzigen Professor zu
übertragen.
Diese, aus früheren Dezennien stammenden
Verhält-
nisse haben sich bei uns eben forterhalten,
wobei
nicht zum wenigsten auch die Rücksichtnahme
auf
die finanziellen Consequenzen einer Ausdehnung
der
physikalischen Lehrtätigkeit in Betracht fiel.
Seit nun aber
ein physikalisches Laboratorium
besteht und seit auch
theoretische Physik in regelmäs-
sigem Turnus vorgetragen
wurde, ergab es sich von
selbst, dass der theoretische Teil
der Physik eine
immer grössere Ausdehnung bekam und dass
die
Ausbildung von Mathematikern und Physikern
zu
Vertretern ihrer Wissenschaft als eine besondere,
und wichtige wissenschaftliche Aufgabe sich entwickelte.
Unser
Fachvertreter, Herr Prof. Dr. A. Kleiner, ist be-
müht
gewesen, auch dieser stets wachsenden Auf-
gabe gerecht zu
werden, indem er Spezialkollegien
las, die sich so ziemlich
über das ganze Gebiet der
theoretischen Physik erstreckten. So
wurde gelesen:
Analytische Mechanik (die später von
Herrn Prof.
Burckhardt gelesen wurde), Wärmeleitung,
theo-
retische Akustik, mechanische
Wärmetheorie, Gas-
theorie, Theorie der
elektrischen und magnetischen
Kräfte in vielen,
jeweilen dem Stand der rapiden
Entwicklung angepassten
Vorlesungen, theoretische
Optik, wiederum in
zahlreichen, verschiedenen Vor-
lesungen bis zur
Elektroptik, moderne Strahlungen,
erkenntnisstheoretische Übersichten etc. Einige Gebiete
mussten unberücksichtigt bleiben, wie Elasticitäts-
theorie und Hydrodynamik als besondere
Vorlesung,
Kapillarität, etc.
Alle diese Gebiete
verlangen nun an einer
vollständig ausgerüsteten Universität
ihre besondere
Vertretung in regelmässig wiederkehrenden
Vor-
lesungen, welche 6 - 10 Stunden pro Semester
beanspruchen. Es ist somit vollständig begreiflich,
dass unser
Kollege, Herr Prof. Kleiner, die Verantwor-
tung nicht mehr
übernehmen kann, die Vertretung
der Physik im vollen Umfange
allein zu besorgen
und dass daher für die unabweislich
gewordene
Entlastung und Ergänzung der Hauptprofessur
durch Schaffung einer zweiten Professur gesorgt
werden
muss.
Nachdem die Fakultät sich der Überzeugung
nicht
verschliessen konnte, dass die Errichtung
einer besondern
Professur für theoretische Physik
ein dringendes Bedürfniss
für unsere Hochschule
geworden ist, trat an sie die Personenfrage heran.
In
dieser Hinsicht befand sich die Fakultät inso-
fern in einer
günstigen Lage, als sie von vornherein
von einer allfälligen
Rundfrage bei auswärtigen Hoch-
schulen absehen konnte, da sie
in ihrem Vertreter
der Physik eine competente Persönlichkeit
besass,
die ihr aus eigener Sach- und Personenkenntniss
heraus
Auskunft und Rat erteilen konnte. Zum Zwecke der
eingehenden Erörterung der Personenfrage bestellte
die
Gesamtfakultät daher eine Commission, bestehend
als
Herrn Prof. Dr. A. Kleiner als nächstbeteiligtem
Fachvertreter, Herrn Prof. Dr. E. Schmidt und Prof.Dr.
P.
Pfeiffer als Beisitzern und dem Dekan als
Vorsitzendem.
Die Commission erledigte die ihr
übertragene
Aufgabe in besonderer Sitzung in der Weise,
dass
sie die für die Besetzung der neuzuschaffenden
Professur eventuell in Frage kommenden Gelehr-
ten
gewissermassen Revue passieren liess, wobei
selbstverständlich
das Urteil unseres Fachvertreters
von massgebender Bedeutung
sein musste.
Es lag nahe, zuerst unter den bereits un-
serem corpus academicum angehörigen Privatdo-
centen der Physik Umschau zu halten. Es zeigte sich
aber, dass, nachdem Herr Dr. Schaufelberger seit län-
gerer Zeit die akademische Laufbahn aufgegeben
hat, die
seither habilitierten Privatdozenten, die
Herren
Dr. Adler, Dr. Greinacher und Dr.
GreinacherMeyer,
noch zu sehr im Anfang ihrer
wissenschaftlichen
Entwicklung stehen, um für die Besetzung
einer
eventuellen Professur für theoretische Physik in
Betracht fallen zu können.
Es blieb somit nichts übrig, als
unter den aus-
wärtigen Physikern einen geeigneten Mann
zu
suchen. Der Kandidaten, die hier in Erwägung
zu
ziehen waren, gibt es verschiedene. Besonders
nahe hätte unserem Fachvertreter und der Commission
die
Kandidatur des Herrn Dr. Ritz in Göttingen, Sohn
des
Walliser Malers gelegen, da er Schweizer ist und
in seinen
Schriften nach dem Urteil unseres Kollegen
Kleiner „eine
aussergewöhnliche, an Genialität grenzen¬
de Begabung“
bekundet. Leider mussten wir von ihm
absehen, da er als
unheilbarer Phthisiker gilt und
daher aus gesundheitlichen
Gründen der ihm zu
stellenden Aufgabe nicht hätte gerecht
werden kön-
nen.
Auch für die übrigen Herren, die in
Betracht
zu ziehen waren, wie Dr. R. Weber in
Heidelberg,
Sohn des berühmten Strassburger
Mathematikers,
Abraham in Göttingen, Bucherer in
Bonn und
Gans in Tübingen, lagen mit Einer
Ausnahme
Gründe vor, welche uns davon abhielten, sie in
Vorschlag zu bringen. Diese Ausnahme betrifft Herrn
Dr. Einstein, gegenwärtig Privatdozent an der Uni-
versität Bern und technischer Experte am eidgenös-
sischen Amt
für geistiges Eigentum.
Was zunächst die Personalien
des Herrn Dr. Einstein
anbetrifft, so erhellen sie aus
folgenden Angaben:
Herr Dr. Einstein ist im J. 1879 in
Ulm geboren.
Er besuchte in München die Elementarschule
und
das Gymnasium, letzteres bis zur 7. Klasse. Im
Herbst
1895 kam er als Schüler an die Gewerbeabteilung
der Kantonsschule in Aarau und bestand dort im
folgenden Jahr die Maturitätsprüfung. Von 1896
- 1900
studierte er an der Abteilung für Fachlehrer
in mathematischer
Richtung am eidgenössischen
Polytechnikum und
erlangte daselbst das Diplom.
Um diese Zeit erwarb er auch das
Bürgerrecht
der Stadt Zürich. Nachdem Herr Einstein
hierauf
etwa 2 Jahre lang als Privatlehrer an verschie-
denen Orten tätig gewesen war, wurde er 1902 tech-
nischer Experte am eidgenössischen Amt für geistiges
Eigentum,
in welcher Stellung er sich noch befindet.
1905 bestand er an
der Universität Zürich die
Doktorprüfung und habilierte
sich vor einem Jahre
an der Universität Bern als
Privatdozent.
Herr Dr. Einstein hat eine Reihe
wissenschaftli-
cher Abhandlungen aus dem Gebiete der
theoreti-
schen Physik publiciert, die ich dieser Eingabe
bei-
lege. Was deren wissenschaftlichen Wert anbelangt,
so äussert sich unser Fachvertreter darüber, sowie
über die
weitern in Frage kommenden Quali-
täten des Herrn Dr. Einstein
folgendermassen:49
„Einstein gehört
gegenwärtig zu den bedeu-
tendsten theoretischen Physikern und
ist seit seiner Ar-
beit über das Relativitätsprincip wol
ziemlich all-
gemein als solcher anerkannt; es kommen
jetzt
auch seine frühern Arbeiten über Gastheorie,
innere
Reibung (Braunsche Bewegung, Colloide) zur
Geltung
und Anerkennung. Was seine Arbeiten auszeichnet,
ist eine ungewöhnliche Schärfe in der Fassung und
Verfolgung
von Ideen und eine auf das Elementare
dringende Tiefe.
Bemerkenswert ist auch die Klar-
heit und Präcision seines
Stils; er hat sich in vielen
Beziehungen eine eigene Sprache
geschaffen, was
bei einem 30 jährigen Mann ein deutliches
Zeichen
von Selbständigkeit und Reife ist. Aus seinen
Schriften
geht das unverbrüchliche Streben nach Wahrheit
her-
vor, eine unbedingte Sachlichkeit. Streberei liegt
ihm
fern, auf Controversen oder Anrempelungen,
welche
mit Förderung der Wissenschaft nichts zu
tun haben, tritt er
nicht ein.“
„Als Docent ist Einstein vielleicht noch
nicht
endgültig zu beurteilen. Seine Schärfe im Denken
und der ehrliche Wille der Pflichterfüllung gegenüber
den
Zuhörern bewirken jedenfalls, dass Klarheit
und Ordnung, was den Inhalt anbetrifft, im Vortrage
herrschen
und das wird seine Zuhörer bei der Sache
halten. Inwieweit die
Vorträge auch eindringlich
sein können, der Docent in seine
Zuhörer hinein-
spricht und nicht beim Aussprechen der
Gedanken,
die ihn beschäftigen, bleibt, wird die weitere
Ent-
wicklung lehren. Ich habe die Überzeugung, dass
Herr Dr. Einstein auch als Docent seinen Mann
stellen wird,
weil er zu gescheidt und zu gewissenhaft
ist, um allfälliger
Belehrung nicht zugänglich zu
sein.“
„Über den
persönlichen Charakter des Herrn
Dr. Einstein liegen von
allen, die ihn kennen,
(Schulkameraden, wie Prof. Grossmann u.
a.) nur die
besten Berichte vor; von Seite seiner
bernischen
Vorgesetzten wird sein „liebenswürdiges“ Wesen
her-
vorgehoben und werden Vorkommnisse erzählt, welche
zeigen, dass die Härte des Kampfs ums Dasein
einen natürlichen
Zug zur Gutmütigkeit nicht
auszulöschen vermochten. Ich selber
verkehre
seit etwa 6 Jahren mit Einstein und bin ohne
Zagen bereit, ihn in allernächster Nähe zum
Collegen zu
haben.“
Diese, auf mehrjährigen Verkehr gegründeten
Äusserungen unseres Kollegen Kleiner waren
sowol für die
Kommission, als für Die Gesamtfa-
kultät von um so grösserem
West, als Herr
Dr. Einstein Israelit ist und als gerade
den
Israeliten unter den Gelehrten allerlei unan-
genehme Charaktereigentümlichkeiten, wie
Zudringlichkeit,
Unverschämtheit, Krämerhaftig-
keit in der Auffassung ihrer
akademischen Stellung
und dergl. nachgeredet werden, und zwar
in zahl-
reichen Fällen nicht ganz mit Unrecht.
Indessen
darf doch gesagt werden, dass es
auch unter den Israeliten Männer gibt, bei denen
nicht die
Spur dieser unangenehmen Eigenschaften
vorhanden ist und dass
es daher nicht angeht, einen
Mann bloss deswegen zu
disqualifizieren, weil er
zufällig Jude ist. Gibt es doch auch
unter den
nicht-jüdischen Gelehrten gelegentlich Leute,
die
in Bezug auf merkantile Auffassung und Verwertung
ihres akademischen Berufes Eigenschaften entwickeln,
die man
sonst als spezifisch „jüdisch“ zu betrachten
gewohnt
ist.
Weder die Commission, noch die Gesamtfa-
kultät
hielt es daher mit ihrer Würde verein-
bar, den
„Antisematismus“ als Princip auf ihre
Fahne zu schreiben u.
die Auskünfte, die Herr
Kollege Kleiner über den Charakter des
Herrn
Dr. Einstein zu erteilen in der Lage war, haben
uns vollkommen beruhigt.
Die Commission gelangte daher
dazu, ein-
stimmig sich für Herrn Dr. Einstein
als in Aus-
sicht zu nehmenden Vertreter der
theoretischen
Physik zu erklären. In diesem Sinne
erstattete
nun die Commission, beziehungsweise ihr
Vorsitzen-
der in einer ad hoc einberufenen,
ausserordent-
lichen Sitzung unserer Fakultätssektion
diesen
Bericht. Leider war infolge des Ferienbeginns die
Fakultät nicht mehr vollzählig zu versammeln:
vier Mitglieder
fehlten. Immerhin waren noch
11 Fakultätsmitglieder anwesend.
Über die
Notwendigkeit der Errichtung einer Professur
für theoretische Physik hatte sich schon bei frühern
Gelegenheit vollkommene Einstimmigkeit in
der Fakultät
ergeben. Dagegen schien es wün-
schenswert, noch über den
Antrag der Commission,
Herrn Dr. Einstein für die Besetzung
der eventuellen
Professur vorzuschlagen, durch geheime
Abstimmung
die Meinung der Fakultät einzuholen. Die ge-
heime Abstimmung
ergab für diesen Antrag:
10 Ja, 1 Stimmzeddel
leer.
Auf Grund dieser Vorberatungen beehrt
sich
daher unsere Fakultätssektion, der k.
Erziehungsbehörde
vorzuschlagen:
1) Die Errichtung einer besondern
Professur
für theoretische Physik und zwar als
Extraor-
dinariat.
2) Besetzung dieser
Professur durch
Herrn Dr. Einstein, Privatdozent in
Bern.
Indem ich Ihnen, hochgeehrter Herr
Erziehungsdirektor, die Vorschläge unserer
Fakultätssektion
übermittle und zur gef. Er-
wägung angelegentlich empfehle,
bitte ich
Sie, den Ausdruck meiner ausgezeichneten
Hochachtung genehmigen zu wollen.
Der Dekan der
philosoph.
Fakultät II Sektion
Prof. Dr. C.
Stoll50
Der zunächst noch bestehende Widerstand der Kantonsregierung wurde überwunden,51 und Einstein trat seinen Dienst an der Universität Zürich am 15. Oktober 1909 an.52 Einstein stellte fest:
«Nun bin ich also auch ein offizieller von der Gilde der Huren etc.»53
Hinter den Kulissen – Alfred Kleiner und Eugen Huber relativ
Damit ist die Geschichte der Berufung Einsteins jedoch noch nicht auserzählt. Das Netzwerken für und wider Albert Einstein wurde noch von einer weiteren, auf den ersten Blick vielleicht überraschenden Beziehung getragen: Alfred Kleiner war seit Schulzeiten ein enger Freund des Schweizer Juristen Eugen Huber, der ab 1892 Professor für Privatrecht, Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie war – an der Universität Bern, auch zu Zeiten Albert Einsteins.54
Alfred Kleiner und Eugen Huber pflegten ihre Freundschaft Zeit ihres Lebens, besuchten sich gegenseitig und verbrachten Urlaube miteinander. Zeugnis hiervon gibt ein reger Briefwechsel der beiden Wissenschaftler. Da Huber die an ihn selbst adressierten Briefe grossenteils archivierte, sind uns etliche von Kleiners Briefen im Original überliefert.55 Die Gegenbriefe Hubers sind uns zumindest teilweise erhalten, in unterschiedlichen Überlieferungsformen, häufig als Entwürfe, Abschriften und Kopien.56
Kleiner bat Huber, der im Gegensatz zu ihm vor Ort in Bern und im weitesten Sinne Albert Einsteins Kollege war, in dessen Causa um Hilfe.
Ein erstes Zeugnis hiervon findet sich in einem Brief Kleiners an Huber, wohl verfasst im vierten Quartal 1907. Möglicherweise hatte Kleiner zu diesem Zeitpunkt keinen näheren Kontakt mehr zu Einstein, schrieb er doch an Huber:
«Für Deine vielen Bemühungen zu meinen Handen danke ich Dir bestens; ich schicke mit gleicher Post eine Anfrage an E. [Einstein] ins Patentamt, um eine sichere Adresse für verbindlichen Verkehr mit ihm zu bekommen.»57
Dann, in einem weiteren Brief wohl kurz nach Weihnachten 1907, bat Kleiner seinen Freund Huber, sich an der Universität Bern über Einstein zu erkundigen:
«Ich komme vielleicht nächstens einmal nach Bern. Die Angelegenheit wegen eines zweiten Physikers wird immer dringlicher u es ist insoweit periculum in mora, als ich die Festsitzens u Festwachsens praxis riskire, wenn ich aus Unentschlossenheit länger zuwarte. Drum möchte ich mich nach Einstein umsehen, etwa wie er sich als Docent macht u als Person u vielleicht kannst Du mir in der Aufsuchung einer Gelegenheit, den Mann zu sehen, behülflich sein, etwa so: Im Docentenzimmer triffst Du vielleicht den einen oder andern, (zB Moser58) der etwas weiß, was mich interessirt, zB. wann u wo u ob Einstein liest; wenn er in diesem Semester schon liest, dann würde ich in Bälde einmal nach Bern kommen, ihn zu besuchen – es sollte dann Niemand etwas davon wissen. Daß ich mit schwerem Herzen an die Sache heran gehe, begreifst Du, weil Du einige der ‘springenden’ Umstände kennst; aber das Allerbitterste ist für mich das Eingeständnis offenkundiger Unzulänglichkeit, trotzdem es noch nicht von außen, wol aber von innen davon tönt u trotzdem es wol nun keine Universität deutscher Zunge mehr gibt mit nur einem Vertreter meines Faches.»59
Huber schrieb bereits am 28. Dezember 1907 an Kleiner zurück, dass Einstein nicht im Vorlesungsverzeichnis auftauche:
«Inzwischen kann ich Dir melden, daß Einstein auch nicht im nächsten Verzeichnis unseres Lehrkörpers figuriert (Mitte Dezember), also jedenfalls auch nicht liest, auch wenn er sich etwa vor Weihnachten habilitiert hätte. Ich werde nicht ermangeln, ganz direkt mich über ihn zu orientieren u. Dir berichten. Denn wie wichtig diese Personalfrage für Dich u. Dein Fach ist sehe ich ein u. will helfen, was ich kann.»60
Wenig später, am 13. Januar 1908, berichtet Huber:
«Ich habe mir über Einstein nunmehr verbindliche Erkundigungen verschaffen können, über die ich Dir hiemit näher berichte. Zunächst betr. seine Habilitation. Er hat sich bei der Facultät angemeldet. Diese hat aber mit Mehrheit verlangt, daß noch eine eigentliche Habilitationsschrift eingereicht werde, u. Einstein hat diese Anfordernis auf sich genommen. Die Habilitation ist also zur Zeit pendent u. geht weiter, sobald E. die verlangte Schrift eingereicht hat. Wann das geschieht, ist ungewiß, jedenfalls nicht vor Frühjahr. Könnte man ihm einen Wink geben, so würde er sicher die Einreichung beschleunigen. Sodann seine Stellung im eidgen. (nicht, wie ich irrtümlich informiert war, im internationalen) Amt für geistiges Eigentum. Darüber wurde mir nur gutes berichtet. Vielleicht bekomme ich aber von einem der Vorgesetzten noch näheren Aufschluß.
Was endlich seine privaten Verhältnisse anbelangt, hatte ich Gelegenheit von seiten des Patentanwaltes Nägeli-Higel, der viel mit E. verkehrt, Näheres zu vernehmen, u. das lautet sehr günstig. E. sei ein idealistisch angelegter tüchtiger junger Mann, der sich ganz seiner wissenschaftlichen Arbeit widme u. ökonomisch sehr günstige Angebote zu praktischer Betätigung abgelehnt habe, die Nägeli u. auch andre ihm schon gemacht habe, der jüdische Erwerbssinn scheine bei ihm nicht vorzuherrschen.»61
Huber berichtet danach noch einiges über Gruner,62 nachdem er geglaubt hatte, sich ebenfalls umhören zu sollen:
«Nun hat mir Moser schließlich auch noch einiges über Gruner beigefügt. Er bezeichnete ihn als wissenschaftlich tüchtig, wenn auch wohl nicht auf der Stufe von Einstein, namentlich aber als ganz vorzüglichen Charakter, der sich bei den schwierigen Verhältnissen zu Forster63 in correctester Weise benehme. So lese er seit einiger Zeit für Forster mehrere Stunden, ohne sich darüber zu beklagen.
Seine mageren Ankündigungen erklären sich gerade daraus, sowie dann auch aus seiner Gründlichkeit u. Gewissenhaftigkeit. Auch habe er sich gegenüber der Habilitation E.s aufs trefflichste benommen, eifrig denselben empfohlen u. gegen die dann doch beschlossene Verschiebung gewirkt, obgleich E. sein, Gruners, Concurrent werden werde. Es schien mir, daß Moser Dir Gruner eher als Einstein als Kollegen wünschen würde.»64
In seiner Antwort vom 17. Januar 1908 klärt Kleiner das Missverständnis über Gruner auf
«Betreffend die 2 Berner Physiker habe ich zunächst ein Mißverständnis aufzuklären: Gruner kommt für mich nicht in Betracht u. ich habe seiner auch nur Erwähnung gethan, um zu exemplificiren, u zwar grade in dem Sinn, daß Leute ohne eigentlichen furor scientific. den Universitätsbestrebungen nicht viel nützen. G. ist Berner Patricier, Nachbarn v. Haller’s, Hausbesitzer, auf intensive, obligatorische Belastung nicht eingerichtet, dabei tüchtig in dem was er treibt, u. ein lauterer, u sympathischer Mensch.»,65
und erklärt seine Präferenz für Einstein:
«E’s wissenschaftliche Qualitäten sind geradezu phänomenaler Art. Das scheinen die Berner nicht gewahr geworden zu sein. Die Großartigkeit seiner wissenschaftlichen Auffassungen läßt mich vermuthen, daß ihm auch in andern Beziehungen das Kleinliche fern liegt, drum beschäftigt mich das Problem seiner Aqusition unausläßlich. Irgendwie werde ich mit ihm in Bälde anzubinden suchen.»66
In einem weiteren Brief am 22. Januar 1908 kommt Kleiner auf diese Überlegung zurück:
«Was Du mir andeutetest, sc. Einstein einen Wink zu geben, seine Habilitation zu befördern, habe ich nun vor, selbst zu besorgen in aller offenen, aber nat. dabei unverbindlichen Darlegung der Sachlage. Ich glaube nur noch warten zu sollen auf ev. weitern Bericht von Dir, der den Schritt überflüssig machen könnte, aber jedenfalls muß in diesem Monat noch etwas für mich wenigstens in Sachen Verbindliches, geschehen (dh. ich will mich selber aus dem Zaudern heraus nöthigen) Ich hoffe immer intensiver, E. möchte ein so feiner Mensch sein, wie sie unter Seinesgleichen vorkommen, u. darauf deutet ja der unbestreitbare Enthusiasmus für die Wissenschaft u der Trieb nach Wahrheit u dann: man kann auch selber sehr viel zu einem gefreuten Zusammenarbeiten beitragen.»67
Bereits am 26. Januar 1908 liefert Huber weitere Informationen, nun als Quellen seinen «vertrauten Schüler u. Kollegen» Walther Burckhardt68 nennend:
«Ich schreibe Dir schon wieder und zwar in erster Linie um Dir den neuesten Bericht betr. Einstein zu senden, den ich durch Prof. Burckhardt, meinen vertrauten Schüler u. Kollegen bei dem jetzigen Chef Es, Direktor Haller vom Patentamt, unverfänglich erheben konnte. Er lautet gut. Den Vorbehalt weißt Du besser zu beurtheilen als ich. Uebrigens finde ich mit Dir, daß Du, wenn Du einmal entschlossen bist, ganz gut Dich direkt an E. wenden kannst. Hast Du doch Bedenken, dies zu tun, so wäre Moser der Geeignete, um den bewußten Wink zu erteilen.»69
Diesen «Bericht betr. Einstein» schien Burckhardt an Huber schriftlich übersandt und dieser ihn dann wiederum an Kleiner weitergeleitet zu haben.70
In einem undatierten Brief an Huber, vermutlich aus dem Frühjahr 1908, kommt Kleiner auf den Plan zurück, eine Vorlesung Einsteins in Bern zu besuchen:
«Ich werde nun wol bald nach Bern kommen müssen, um zu sehen, was für ein Docent Einstein ist; er wird mich wol selber informiren wo u wann das sein kann. Ich glaube, daß ich in jener Frage fest bin.»71
Die von Kleiner ins Auge gefasste Vorlesung Einsteins sollte am 19. Juni 1908 stattfinden. An demselben Wochenende war eine Rektorenkonferenz in Bern angesetzt, zu der Huber seinen Freund Kleiner erwartete und ihn über das erweiterte Wochenende einlud:
«Soeben vernehme ich, daß Du am 20. ds zur Rektorenkonferenz nach Bern kommen wirst, u. ich bitte Dich, als selbstverständlich, bei uns zu logieren. Teile mir nur mit Karte mit, ob Du nicht schon d. 19. herkommst, oder auch wann wir Dich erwarten dürfen.»72
Alfred Kleiner nahm diese Einladung gern an:
«Du kommst mir gerade recht mit Deiner Einladung; es wäre mir sehr gelegen, schon am 19t nach Bern zu kommen, da Einstein Samstag à 7 h liest u ich ihn bei dieser Gelegenheit besuchen möchte in einer Vorlesung.»73
Danach liest man von Einstein erst wieder in einem Brief Kleiners an Huber vom 10. Mai 1909, nach Einsteins Wahl:
«Einstein ist also gewählt u. in einem wichtigen Stück bin ich depossedirt, aber ich habe das gute Gewissen, im Interesse dessen, was ich zu vertreten habe, gehandelt zu haben.»74
Huber antwortet unmittelbar, am 11. Mai 1909:
«Die Ernennung Einsteins habe ich heute durch die Zeitung erfahren kurz bevor Dein Brief eintraf. Sie hat mich überrascht, weil ich glaubte, Du seiest ganz von dem Plane abgekommen. Dass Du mit einem gewissen Schmerz den einen Teil Deines vieljährigen Pensums abgibst, das begreife ich vollkommen. Ich habe solche Beschränkungen auch erlebt und schwer empfunden. Es gibt einen Gedanken, das Bittere daran zu überwinden, nämlich dass der Rest, der geblieben, um so intensiver gepflegt werden kann, und die wissenschaftliche Arbeit dabei um so
intensiverdankbarer wird. Wenn nur das Persönliche, das in dieser Berufung für Dich liegt, gut herauskommt! Es gibt sehr noble Juden. Hoffen wir, er sei so einer!“75
Der Vorhang fällt
Einige Jahre später, in einem Brief vom 6. April 1912, zieht Kleiner schliesslich so etwas wie ein Resümee der damaligen Vorgänge. Als der Nachfolger Einsteins auf dem Lehrstuhl in Zürich, Peter Debye,76 1912 Zürich bereits wieder verlässt, klagt Kleiner darüber, dass er nun einen neuen Kandidaten für den Lehrstuhl suchen müsse – erklärt aber auch, dass dies nun vielleicht weniger Probleme machen werde:
«Mein lieber junger Kollege Debye hat nun doch dem Ruf in’s Vaterland nicht widerstehn können u zwar soll er womögl. schon in diesem Semester antreten. Ich muß also wieder über Hals u. Kopf eine Besetzung in diesen Tagen zu Wege bringen. Die Sache läßt sich aber gut an; ich glaube, wir kriegen wieder den besten, der zu haben ist — nur freilich einen Debye gibt es wol kaum mehr; aber Einstein u Debye, das sehe ich jetzt, haben dieser Zürcher Professur ein Ansehen verschafft, das uns nun zu Gute kommt; hoffentlich stabilisiren sich nun die Verhältnisse.»77
Briefe
Der Briefwechsel zwischen Alfred Kleiner und Eugen Huber bzw. die Briefe, Briefentwürfe, -abschriften und -kopien, lagern im Schweizerischen Bundesarchiv in Bern.78
Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 4. Quartal 1907
Physikalisches Institut
Der Universität Zürich
Rämistr. 69
PROF. DR. A. KLEINER
Lieber!
Für Deine vielen Bemühungen zu meinen Handen
danke ich Dir bestens; ich schicke mit gleicher Post eine
Anfrage an E. ins Patentamt, um eine sichere Adresse
für verbindlichen Verkehr mit ihm zu bekommen.
Und bei dieser Gelegenheit gratulire ich
Dir zu Deiner Wahl, die ich annehmen mußte, als
ich aus Zeitungen ersah, daß Rossel z. zweiten Mal
Rector geworden. Und ich gratulire Dir auch dazu,
daß Du ablehnen konntest; das schlechte Gewissen
darüber, daß ich nicht auch ablehnte, beunruhigt mich
unausgesetzt: Ich übernehme etwas, weil ich muß,
Repräsentiren liegt mir nicht: ich hoffe nur, daß mit
den Functionen wenigstens der Muth dazu komme.
Wegen des Erziehungsraths setzt es noch einmal einen
Kampf ab; sie meinen ich soll drin bleiben. Ich hoffe
nun, wenn ich die 2 Jahre noch überstehe, dann
Verhältnisse eingeleitet zu haben (2t Professor, mehr
Assistenz) die den Rest des Seins in geordneten Bahnen
bringen
Mit besten Grüßen an Dich
A. Kleiner.79
Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, zwischen Weihnachten und Silvester 1907
Physikalisches Institut
Der Universität Zürich
Rämistr. 69
PROF. DR. A. KLEINER
Lieber!
Nachdem ich zum Tage des Triumphs nur
per Karte ein Lebenseichen gethan, aus den
Nöthen des Semesters heraus, bestätige
ich hiemit, daß wir, ich u die Meinigen,
eine große u aufrichtige Freude empfinden,
u uns täglich daran erinnern, daß Du
nun ein Lebenswerk vollendet vor Dir
hast, das unzweifelhaft besteht u lebt u.
bleiben wird. Es ist nicht vielen vergönnt,
ihr Bestes so in einem Werk zusammen
gefaßt zu sehen, wies Dir beschieden
u. es hat drum das Gratuliren nur
den Zweck, zum Ausdruck zu bringen, daß
man Antheil nimmt; an Anerkennung
u Ehren u was das Wichtigste ist, an innerer
Befriedigung über das gelungene Werk
fehlt es Dir ja nicht.
Ich möchte es fast in Deinem Interesse
begrüßen, daß die Sache noch nicht ganz
erledigt ist, noch etwas Spannung u.
Erregung bleibt, weil eine plötzliche Entspannung,
eine plötzliche Aufhebung lang dauernder Auf
regung die Rückkehr zur gewöhnlichen
sicheren Statik des täglichen Lebens erschweren
kann. Wenns gut geht mit uns, so
kommt in einem Dezennium dann das
Alter, das eigentliche, u ich möchte Dir
wünschen, daß Du diese Zeit noch genießen
mögest, wobei ich weiß, daß wir es nun
erfahren haben, daß der sicherste Genuß
in erfolgreicher nun aber nicht mehr forcirter,
Arbeit besteht.
Ich hatte nicht erwartet, daß die Ab
stimmung einstimmig erfolgen würde, weil die
Extremen sich gelegentlich prsönlich haben aufs
Dach geben lassen müssen, u. so was die Rach
sucht reizt; in Zürich ist die persönliche Rache ein
so starker Nimbus, daß die Soci die Universität
verscherbeln ließen, um Greulichs Rache willen,
wenns von ihnen abhinge; so weit geht,
wie’s scheint die Entäußerung inwendigen Ehrgefühls
aus Unterthänigkeit gegen die Parteityrann es,
wie mir scheint, bei Brüstlein doch noch nicht.
Daß das Civilgesetz doch noch vors Volk komnne,
ist gewi´nicht zu erwarten; dazu ist die Abstimmung
zu einzigartig monumental gewesen (Hats überhaupt
bei uns je eine volle Einstimmigkeit gegeben?) u die Bloß
stellung, die einer, der Initiant sein wollte, zu
groß, die Aussichten auf Erfolg zu gering; also des
wegen kannst Du ruhig schlafen; aber im Wachen
die Sache im Auge zu behalten, ist gesund. Also
nochmals herzl. Glückwunsch.
Ich komme vielleicht nächstens einmal
nach Bern. Die Angelegenheit wegen eines zweiten
Physikers wird immer dringlicher u es ist insoweit
periculum in mora, als ich die Festsitzens u
Festwachsens praxis riskire, wenn ich aus Unent-
schlossenheit länger zuwarte. Drum möchte ich
mich nach Einstein umsehen, etwa wie er sich
als Docent macht u als Person u vielleicht kannst
Du mir in der Aufsuchung einer Gelegenheit, den
Mann zu sehen, behülflich sein, etwa so:
Im Docentenzimmer triffst Du vielleicht den
einen oder andern, (zB Moser) der etwas
weiß, was mich interessirt, zB. wann u wo u ob
Einstein liest; wenn er in diesem Semester
schon liest, dann würde ich in Bälde einmal nach
Bern kommen, ihn zu besuchen — es sollte dann Niemand
etwas davon wissen. Daß ich mit schwerem
Herzen an die Sache heran gehe, begreifst Du,
weil Du einige der “springenden” Umstände
das Eingeständnis offenkundiger Unzulänglich
keit, trotzdem es noch nicht von außen, wol
aber von innen davon tönt u trotzdem
es wol nun keine Universität deutscher Zunge
mehr gibt mit nur einem Vertreter meines Faches.
Gestern Abend war große Freude bei uns:
u die sonstigen 7x7 Beschenkungen haben wieder
Weihnachten zu einem tief empfundenen
Freudenanlaß gemacht; wir freuen uns schon
wieder auf nächste — wenn wir etwa dann
noch leben? Herzl. Gruß Dir u. Deiner Frau
u Marie v.
A. Kleiner. 80
Brief(entwurf) von Eugen Huber an Alfred Kleiner, 28. Dezember 1907
Bern, den 28. Dez. 1907
Mein Lieber!
Dein inhaltsreicher Brief hat mir außer-
ordentlich wohl getan. Die Ereignisse haben sich
in den letzten Wochen mit Hast nacheinander
abgewickelt, sodaß ich fast nicht zur Besinnung kam.
Ueberdies wurde ich schon vor Beginn der Länder-
versammlung von einem Katarrh angepackt, der
mir deshalb besonders lästig fiel, weil er mit
einer sehr starken Ermüdung verbunden war. Noch
am Tag als ich diese zum ersten Mal spürte, hatte
ich die letzten Correturen zu besorgen, dann lag
ich im Bett, die nochmalige Durchlesung des
ganzen Textes auf Druckfehler, wie ich sie vorhatte,
konnte ich nicht mehr selbst besorgen, — was auch
objektiv gar nichts auf sich hatte. Irgend eine
Erkrankung konnte der Arzt nicht finden, es
war also nur Ruhebedürfnis, vielleicht ein
drohender Rotlauf, der aber nicht ausbrach, u.
in sechs Tagen war ich wieder zu Colleg u. Bundes-
versammlung, die dann begann, genügend herge-
stellt. Immerhin erkläre ich mir aus diesem Zustand,
daß ich über die ganze Zeit nicht zum Gefühl der
Freude oder gar des Stolzes über den Erfolg
mich aufzuschwingen vermochte. Ich dachte immer
nur an die noch möglichen Schwierigkeiten, u. an
das erlebte Unfreundliche. Jetzt in den Ferien
habe ich relativ Ruhe u. beginne mich auf mich
selbst zu besinnen. Dein lieber Brief hat
hiezu beigetragen. Ich danke Dir dafür.
Ich werde Dir mit Gelegenheit manche Einzel-
heit erzählen können, z.B. wie Brüstlein noch
in letzter Stunde erst bewogen wurde, sich
wie Du sagst der inwendigen Anständigkeit zu
unterziehen. Andres lief mit, was mich in
großer Spannung hielt, bis die Entscheidung fiel.
Auch dann noch war dafür gesorgt, daß die
Entspannung nicht zu plötzlich eintrag, wie Du es als
hygienisch vorteilhaft bezeichnet, durch einige
Zwischenspiele politischer Natur. Wenn es heißt,
was bringt Ehren? sich wehren!, so habe ich die
Wahrheit des umgekehrten Satzes kennen gelernt:
Was folgt aus Ehren? daß man sich wehren muß!
Das wäre schön, wenn Du bald einmal nach
Bern kämest. Inzwischen kann ich Dir melden, daß
Einstein auch nicht im nächsten Verzeichnis unseres
Lehrkörpers figuriert (Mitte Dezember), also
jedenfalls auch nicht liest, auch wenn er sich etwa
vor Weihnachten habilitiert hätte. Ich werde
nicht ermangeln, ganz direkt mich über ihn zu
orientieren u. Dir berichten. Denn wie wichtig
diese Personalfrage für Dich u. Dein Fach ist sehe
ich ein u. will helfen, was ich kann.
Vielleicht komme ich vorher noch geschwind nach
dort, um auch meinem immer noch schwer
kranken Bruder zu sehen. Ich werde nicht ganz klug
aus den Berichten, die wir erhalten: Lungenkatarrh,
Herzbeutelentzündung mit Exudaten, Herzentzündung,
alle drei Krankheiten schienen sich alternierend
zu äußern u. das Schlimme ist offenbar eine zu-
nehmende Schwäche des armen Kranken. Ich
weiß nicht, ob es nicht ganz gefährlich zu werden
droht, habe aber doch Bedenken, ihn so #unanrleitet
zu besuchen, weil er sich so leicht aufregt. Einige
Tage will ich, wenn keine besonders schlimmen
Berichte kommen, noch zuwarten.
Grüße vielmals Deine l. Frau u. die Kinder
von uns, namentlich Gritli Du selbst empfange
unser aller herzliche Neujahrswünsche mit
den Deinen, womit ich verbleibe
in alter Freundschaft
Dein
Eugen Huber
Am 21. Dez. —, Datum d. Beginns der Referendumsfrist — a. 1867, vor 40 Jahren?
Samstags81
Brief(entwurf) von Eugen Huber an Alfred Kleiner, 13. Januar 1908
Bern, den 13. Jan. 1908.
Mein Lieber!
Ich bin vor zehn Tagen gut nach Hause zurück-
gekommen u. danke Dir u. Deiner Frau noch-
mals herzlich für die gemütliche Stunde, die ich bei
Euch verbracht habe. Glücklicher Weise erhalten
wir seitdem über unsern Bruder im ganzen
günstigere Nachrichten, nur wird das Kranken-
lager jedenfalls noch längere Zeit dauern.
Ich habe mir über Einstein nunmehr ver-
bindliche Erkundigungen verschaffen können, über
die ich Dir hiemit näher berichte.
Zunächst betr. seine Habilitation. Er hat sich
bei der Facultät angemeldet. Diese hat aber
mit Mehrheit verlangt, daß noch eine eigent-
liche Habilitationsschrift eingereicht werde, u.
Einstein hat diese Anfordernis auf sich ge-
nommen. Die Habilitation ist also zur
Zeit pendent u. geht weiter, sobald E.
die verlangte Schrift eingereicht hat. Wann das
geschieht, ist ungewiß, jedenfalls nicht vor
Frühjahr. Könnte man ihm einen Wink geben,
so würde er sicher die Einreichung beschleunigen.
Sodann seine Stellung im eidgen. (nicht, wie
ich irrtümlich informiert war, im internationalen)
Amt für geistiges Eigentum. Darüber wurde
mir nur gutes berichtet. Vielleicht bekomme ich
aber von einem der Vorgesetzten noch näheren
Aufschluß.
Was endlich seine privaten Verhältnisse
anbelangt, hatte ich Gelegenheit von seiten
des Patent-Anwaltes Nägeli-Higel, der
viel mit E. verkehrt, Näheres zu vernehmen,
u. das lautet sehr günstig. E. sei ein idealistisch
angelegter tüchtiger junger Mann, der sich
ganz seiner wissenschaftlichen Arbeit widme
u. ökonomisch sehr günstige Angebote zu prakti-
scher Betätigung abgelehnt habe, die Nägeli
u. auch andre ihm schon gemacht haben, der jüdische
Erwerbssinn scheine bei ihm nicht vorzuherrschen.
Nun hat mir Moser schließlich auch noch
einiges über Gruner beigefügt. Er bezeichnete ihn
als wissenschaftlich tüchtig, wenn auch wohl nicht auf
der Stufe von Einstein, namentlich aber als ganz
vorzüglichen Charakter, der sich bei den schwierigen
Verhältnissen zu Forster in correctester Weise
benehme. So lese er seit einiger Zeit für Forster
mehrere Stunden, ohne sich darüber zu beklagen.
Seine mageren Ankündigungen erklären sich
gerade daraus, sowie dann auch aus seiner Gründlichkeit u. Gewissenhaftigkeit. Auch habe er sich gegenüber
der Habilitation E.s aufs trefflichste benommen,
eifrig denselben empfohlen u. gegen die dann
doch beschlossene Verschiebung gewirkt, obgleich
E. sein, Gruners, Concurrent werden werde.
Es schien mir, daß Moser Dir Gruner eher als
Einstein als Kollegen wünschen würde.
Das sind nun meine Informationen.
Vernehme ich weiteres, so will ich es nach-
tragen. Vielleicht kommst Du einmal, nach
Gruner zu sehen, oder aus anderm Grund,
in nächster Zeit hieher, das würde uns sehr
freuen.
Mit herzlichen Grüßen an Dich u. die l.
Deinen
Dein
E Huber
Noch eines. Gruner ist 1869 geboren.
Einstein sei etwa 30jährig. Beide sind
verheiratet, Gruner mit der Tochter des
evangelisch-pietistischen, verstorbenen
Pfarrer Bovet, der sich als evangelischer
Wohltäter sehr bekannt gemacht hat, u.
sehr reich war.
d.o.82
Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 17. Januar 1908
Physikalisches Institut
der Universität Zürich
Rämistr. 69
PROF. DR. A. KLEINER
Lieber.
Für Deine prompten u freundschaftlichen Bemühungen
danke ich Dir bestens, daß das nicht früher geschehen ist,
hat seinen Grund darin, daß es wie ein Bann auf
mir liegt, wenn ich etwas vor mir habe, was noch ein
gelöstes Problem ist, wie d. 2 Vorlesungen. Mit
Donnerstag Abend ist dann für eine Woche der Bann
gelöst.
Betreffend die 2 Berner Physiker habe ich zunächst
ein Mißverständnis aufzuklären: Gruner kommt
für mich nicht in Betracht u. ich habe seiner auch nur
Erwähnung gethan, um zu exemplificiren, u zwar
grade in dem Sinn, daß Leute ohne eigentlichen
furor scientific. den Universitätsbestrebungen nicht
viel nützen. G. ist Berner Patricier, Nachbarn v. Haller’s,
Hausbesitzer, auf intensive, obligatorische Belastung nicht
eingerichtet, dabei tüchtig in dem was er treibt,
u. ein lauterer, u sympathischer Mensch.
E’s wissenschaftliche Qualitäten sind geradezu
phänomenaler Art. Das scheinen die Berner nicht
gewahr geworden zu sein. Die Großartigkeit seiner
wissenschaftlichen Auffassungen läßt mich vermuthen,
daß ihm auch in andern Beziehungen das Kleinliche fern liegt,
Drum beschäftigt mich das Problem seiner Aqusition
unausläßlich. Irgendwie werde ich mit ihm in
Bälde anzubinden suchen.
Also nach Sorrent geht Dein Sinn, u. mit Wagen
nach Positano, von da zu Fuß nach Amalfis
längs des blauen Merres, das so fascinirend
rauscht u zieht u saust, vorbei an den Felsen,
wo die Drachen wohnen u. wo die Sarazenen
thürme an eine Brandung von Völkerschaften
erinnern, die aus nord u Süd hergeschwemmt,
wurden. Dort kannst Du zwischen hinein auch
die Schweizerin in Ravello grüßen, die auf einem
der interessantesten Fleckchen der Erdet thront.
Wir freuen uns hier lebhaft des Winters
n. b. das junge Volk, das Skit u Schlittschuht u
schlittet, wie wenn alles, was saust u. braust,
eine neue großartige Erfindung wäre — wir
haben derartiges seine Zeit als Bubensachen abgewandelt
man merkt an diesen Reactionserscheinungen,
daß die Welt in energetischer Beziehung in intensiver
Entwicklung begriffen ist.
Aber ich komme ins Schwätzen hinein
u wollte doch mich nur bedanken für das was
Du in meiner Angelegenheit gethan u Dich bitten
mich es wissen zu lassen, wenn Du noch mehr
erfährst, was zur betr. Sache gehört.
Mit herzte Grüße v. Haus zu Haus
Dein
A. Kleiner
Zürich 17/I 0883
Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 22. Januar 1908
Physikalisches Institut
der Universität Zürich
Rämistr. 69
PROF. DR. A. KLEINER
Lieber!
Deine aufmunternden Worte weiß ich zu schätzen,
denn ich weiß schon, daß Du Dir meine Aengsten
vorstellen rannst, nach Allem was Du über meine
Verhältnisse weißt. Ich mache mir auch gebührend Vorwürfe,
nicht abgelehnt zu haben; aber das kam so: Ich hatte die
betr. Sitzung verpaßt — Einladung zwischen Zeitungen ver¬
lorengegangen — konnte also nicht gleich ablehnen, dann
machte man mir bemerklich, daß eine einstimmige Wahl
doch nicht so leicht abgelehnt werden könne, u man setzte
mir von allen Seiten zu; auch machte ich mir klar,
daß nun der Austritt aus dem Erziehungsrath nicht
mehr verhindert werden könne u endlich, namentlich,
ist jetzt dringliche Veranlassung gegeben, den zweiten
Physiker zu beschaffen; trotz alle dem behalte ich einstweilen
ein schlechtes Gewissen.
Was Du mir andeutetest, #sc. Einstein einen
Wink zu geben, seine Habilitation zu befördern, habe ich
nun vor, selbst zu besorgen in aller offenen, aber nat.
dabei unverbindlichen Darlegung der Sachlage.
Ich glaube nur noch warten zu sollen auf ev. weitern
Bericht von Dir, der den Schritt überflüssig machen könnte,
aber jedenfalls muß in diesem Monat noch etwas
für mich wenigstens in Sachen Verbindliches, geschehen
(dh. ich will mich selber aus dem Zaudern heraus nöthigen)
Ich hoffe immer intensiver, E. möchte ein so feiner
Mensch sein, wie sie unter Seinesgleichen vorkommen,
u. darauf deutet ja der unbestreitbare Enthusiasmus
für die Wissenschaft u der Trieb nach Wahrheit u dann:
man kann auch selber sehr viel zu einem gefreuten
Zusammenarbeiten beitragen.
Einstweilen rackere ich mich nur so durchs Semester
u. plange auf die Ferien auf hellere Tage u mehr
Ellbogenfreiheit. Kägi ist wol dieser Tage bei
Dir gewesen, er sprach mir davon, daß er Dich
besuchen wolle.
Mit freundschaftl. Gruß an
Dich u die Deinen Dein
A. Kleiner.
Zürich
22/ I 0884
Brief von Walther Burckhardt an Eugen Huber, 25. Januar 1908
Bern, den
25. Januar 1908
Lieber Herr Kollege,
Ich bin gerade bei H. Haller vorbei-
gegangen, um mich über H. Einstein zu
erkundigen, und schicke Ihnen ein paar
Notizen separat, damit Sie sie nicht abzu-
schreiben brauchen.
An H. Staria Schmid sind am 25. Sept.
in der That 200 fr. geschickt worden.
Mit herzlichen Gruß und
besten Wünschen für gute Besserung
Ihr
W. Burckhardt85
Brief(entwurf) von Eugen Huber an Alfred Kleiner, 26. Januar 1908
Bern, den 26. Jan. 1908
Mein Lieber!
Ich schreibe Dir schon wieder und zwar in erster
Linie um Dir den neuesten Bericht betr. Einstein
zu senden, den ich durch Prof. Burckhardt, meinen vertrauten
Schüler u. Kollegen bei dem jetzigen Chef Es, Direktor
Haller vom Patentamt, unverfänglich erheben
konnte. Er lautet gut. Den Vorbehalt weißt Du besser
zu beurtheilen als ich. Uebrigens finde ich mit Dir, daß
Du, wenn Du einmal entschlossen bist, ganz gut Dich
direkt an E. wenden kannst. Hast Du doch Bedenken,
dies zu tun, so wäre Moser der Geeignete, um den
bewußten Wink zu erteilen. Gruner fällt jetzt also
außer betracht.
Daß Du aus dem Erziehungsrat austrittst, ist schade,
aber bei der neuen Lage ganz begreiflich. Ich glaube
auch nicht, daß Dich das Rectorat zu sehr belasten wird.
Freilich macht man sich in unserem Alter aus der Ehre
nicht mehr so viel. Allein um so mehr weiß man stille
Aufgaben zu schätzen u. als solche betrachte ich die
Momente, die ich Dir gleich nannte, in den jetzigen
Zeitschriften in besonderem Maße. Den Sommer über
wirst Du noch mit Rossel aus Bern zusammen kommen,
dem Uebersetzer des ZGB., meinem engen befreundeten
Fachkollegen, dem man Vertrauen entgegenbringen
kann, solange es sich nicht um eine Frage handelt, die
das Deutschthum betrifft. Er hat verschiedene Romane publi-
ciert, von dem Clément Rochard meines Erachtens der beste,
wenn Du etwa in den Ferien, um den Autor kennen
zu lernen, einen Blick hinein werfen willst. Auch ein
Drama, “Morgarten”, das in einer Uebersetzung von
Greta Auer hier aufgeführt wurde, aber gar keinen Erfolg
hatte. Daß ich auch auf diesen Bahnen insgeheim gewandelt,
weiß er nicht. Mein Bedenken, in doppelten, um nicht zu
sagen zweideutigen, Ruf zu kommen, hätte er nicht
verstanden, er teilt es jedenfalls nicht, aber die Beob-
achtung, die ich von ihm u. seinen Erlebnissen gemacht
habe, hätte mir jenes Bedenken nur bestätigen können.
Wenn ich zweimal das Rectorat in Bern von mir
gewiesen habe, so geschah es namentlich aus der Sorge,
in eine Bahn hineingeführt zu werden, zu deren
eigentliche Beherrschung oder auch consequenten
Verfolgung mir die Zeit wirklich gefehlt hätte. Denn
nach dem Temperament wäre es mir gewiß nicht
erspart geblieben, verschiedene ungemütliche Zustände
#sanierend an die Hand nehmen zu müssen, u. dann
führt der Anfang immer weiter. Bei Dir ist ja das
jetzt anders. Du gehst mit größerer Ruhe an die Aufgaben
heran, für Dich bedeutet diese “politische” Tätigkeit
eine Abwechslung in dem wissenschaftlichen Amt u.
von was Du Dich wirst hüten müssen, ist wohl nur
allzuviel Aerger. Den mußt Du von Anfang an
niederkämpfen, gar nicht aufkommen lassen. Nach
Ablauf der zwei Jahre wird Dir die ausschließlich wis-
senschaftliche Arbeit dann wieder um so wohltuender
vorkommen.
Daß Kägi bei mir war, weißt Du. Ich will Dir
gelegentlich mündlich sagen, um was es sich handelte.
Sein Erscheinen erinnerte mich an den Schoppenhauerschen
Satz von der unveränderlichen Charakteranlage.
Es hat meiner Frau sehr leid getan, daß sie bei dem
kurzen Besuch bei meinem Bruder nicht zu Euch kommen
konnte, aber auch gefreut, doch einen Repräsentanten
von der Sumatrastraße angetroffen zu haben.
Vielleicht kommst Du jetzt also wirklich demnächst
wegen Es hieher. Das wäre uns eine große Freude! Die
Ferienpläne lasse ich noch unangeschnitten, bis wir sicher
wissen, wie es mit dem Referendum geht. Aber
Soorent steht mir da immer noch in erster Linie.
Wenn es zu dieser Reise kommt, so versprechen mir
Deine Anführungen in Deinem vorletzten Brief einige
Ratschläge, um die ich Dich dann bitten möchte.
Mit freundlichsten Grüßen an Dich u. die
Deinen
Dein
EHuber86
Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, Frühjahr 1908
Lieber!
danke ich Dir bestens; er hat gut gethan
u seinen Zweck erfüllt. Es ist nämlich
jetzt überstanden u ich lebe noch; vor
24 Stunden war mir noch zweifelhaft,
ob es so sein würde.
Der ganze Tag war auf einem
hohen Ton gestimmt u die Theilnahme
an allen Veranstaltungen eine außer
gewöhnlich zahlreiche; das hat natürlich
die Spannung erhöht, nämlich auch
die inwendige, die Erwartung, wie
alles gehen werde.
jetzt wird der Alltag wieder
in seine Rechte eintreten. Das
bedeutet für mich ein strenges Semester.
Ob ich es fertig bringen werde, aus
dem E.R. heraus zu kommen, ist wieder
zweifelhaft; sie wollen mich nicht heraus
lassen; jetzt nimmt mir auch der
Erziehungsdirector übel, wenn ich ghe.
Ich werde nun wol bald
nach Bern kommen müssen, um zu
sehen, was für ein Docent Einstein
ist; er wird mich wol selber informiren
wo u wann das sein kann. Ich
glaube, daß ich in jener Frage
fest bin.
Adieu, herzl. Gruß
an Deinen u Dich, Dein
A. Kleiner87
Brief(entwurf) von Eugen Huber an Alfred Kleiner, 10. Juni 1908
NATIONALRAT
10. Juni 1908.
Mein Lieber!
Soeben vernehme ich, daß Du am 20. ds zur
Rektorenkonferenz nach Bern kommen wirst, u.
ich bitte Dich, als selbstverständlich, bei uns zu
logieren. Teile mir nur mit Karte mit, ob Du
nicht schon d. 19. herkommst, oder auch wann wir
Dich erwarten dürfen.
Das hättest Du mir nächsten Sonntag auf der
Frohburg sagen können, wenn meine Hoffnung
sich erfüllte, daß ich die Fahrt mit machen könne.
Allein die Aussicht darauf ist fast ganz ge-
schwunden, da sich während der Bundesversammlung
meine Arbeit (die ganz u. gar nicht abgenommen
hat) auf die zwei freien Tage zusammendrängt,
Samstag u. Sonntag. Um diese Last auf die
Spitze zu steigern, kam vorgestern in Gestalt
eines mir lieben Studenten ein Unglücksrabe
u. brachte mir eine dicke Dissertation mit der
dringenden Bitte, sie schleunigst zu lesen, da
von der baldigen Erledigung des Examens die Möglichkeit,
in eine gute Stelle einzutreten, abhänge.
Das nur als Beispiel.
Also jedenfalls am 19. od. 20. in hier
auf Wiedersehen!
Mit herzlichen Grüßen an Dich u. die
Deinen von uns allen.
Dein getreuer
E Huber
Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 12. Juni 1908
Lieber!
Du kommst mir gerade recht mit Deiner
Einladung; es wäre mir sehr gelegen, schon
am 19t. nach Bern zu kommen, da Einstein
Samstag à 7 h liest u ich ihn bei dieser Gelegen-
heit besuchen möchte in einer Vorlesung.
Ich danke Dir also für die Einladung u werde
noch näherer berichten auf jeden Fall, besonders
aber, wenn ich verhindert sein sollte, oder die
betr. Vorlesung verlegt worden wäre.
Also auf Wiedersehen, entweder in Olten
(ausnahmsweise diesmal im Schweizerhof) oder
dann gelegentl. d. Rektorenconferenz.
Mit herzlichen Grüßen an Dich u. die Deinen
von uns allen.
Dein A. Kleiner
Zürich 12/VI 0888
Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 10. Mai 1909
Physikalisches Institut
der Universität Zürich
Rämistr. 69.
PROF. DR. A. KLEINER
Lieber!
Mit bestem Dank für Deine freundschaftliche
Beurtheilung der Rectoratsrede mache ich zu diesen
Tractanden noch folgende Bemerkungen.
Der Schlußsatz sieht etwas theatralisch oder
effectsüchtig aus u. war in der That hingesetzt, um
den Schluß zu marquieren, u nicht ein boßes Ende
sein zu lassen; für eine Rede ist das verständlich.
Eine bloße Phrase ist er aber nicht, sondern nur
ein, im Zusammenhang mit dem Ganzen
stehender, aber nicht ausgeführter Gedanke.
Wenn menschliche Entwicklung dargestellt wird
als ein Werden u Wachsen dem wirkliche
Selbstbestimmung fehlt, so liegt die Frage nicht
abwegs, ob das Wachsen u. Werden, wie alles uns
bekannte ein Ende oder einen Rückgang haben
wird u. die Antwort darauf ist eben, was gesagt
wurde. Wenn man meint, durch die Grund
gleichungen der analgt Mechanik alles materielle
Geschehen beschreiben zu können, so muß daran
erinnert werden, daß die physikal. Forschung
des letzten Jahrhunderts Erscheinungen zu Tage
gebracht hat, welche in der Natur nicht vorkommen
u. an die neusten Entwicklungen hat vor 20
Jahre auch niemand gedacht: Ja die Gesammteit
physikal. Wissenschaft läßt sich nicht einmal streng
sytematisiren, sondern sieht aus wie Zusammen-
sellung zufällig gefunden. od. erdachter (Mathemat)
Dinge. Derartige, nicht ausgeführte Ueberlegungen
sind im letzten Satz nur angedeutet ohne
Präcisirung der Grenzen u. Möglichkeiten
unsres Thuns.
Die Bezugnahme auf Schröter hat den
Sinn, daß trotz der gleichen Titels — er sagt
Wissenschaft u. Technik, ich Technik u. Wissenschaft, um
die Titel nicht ganz identisch sein zu lassen — ich nicht
abgeschrieben habe.
Was das Drucken anbetrifft, so glaube
ich kaum, daß es dazu kommt. Ich bin so müde u.
muthlos, daß ich die wissenschaftlichen Consequenzen
in der jetzigen Verfassung nicht auf mich zu nehmen
wage! Freilich eine Gelegenheitsrede könnte mit
wenige Verantwortung passiren, als eine
wissenschaftliche Abhandlung.
Einstein ist also gewählt u. in einem wichtigen
Stück bin ich depossedirt, aber ich habe das gute
Gewissen, im Interesse dessen, was ich zu vertreten
habe, gehandelt zu haben.
Weil, wenn man deprimirt ist, auch das
Schreiben nicht läuft, so vertröste ich mich u Dich
auf Aussprache in gemütlichern Zeiten.
Mit besten Grüßen an Dich u. die Deinen
A Kleiner.
Z 10/V 09.89
Brief(entwurf) von Eugen Huber an Alfred Kleiner, 11. Mai 1909
Bern, den 11. Mai, 1909
Mein Lieber!
Ich habe gerade noch einen Augenblick frei, um vor
Schluss des Tages auf Deinen Brief von gestern zu ant-
worden und damit das in der letzten Woche gesagte zu
ergänzen. Was Du zu dem Schlussatz Deiner Rede in dem
Briefe schreibst, ist so treffend, dass Du damit dem
Finale einen ganz besonderen Charakter gibst un das
Resignierte, das ich darin gefunden oder empfunden ha-
be, aufs glücklichste durch einen dem Gedankengang des
Vortrages angepassten Schluss abklärst und aabschliessest.
Die Stelle lautet in Deinem Brief: “Wenn menschliche
Entwicklung dargestellt wurd als ein Werden oder Wach-
sen, dem wirkliche Selbstbestimmung fehlt, so liegt
die Frage nicht abwegs, ob das Wachsen und Werden, wie
alles uns Bekannte, ein Ende oder einen Rückgang haben
werde, und die Antwort darauf ist…” Schliessest Du
hieran den Satz, ungefähr, wie er in dem Manuskript
steht, so hast Du einen Schluss, der prächtig ausklingt.
indem er jedem zu denken giebt, der denken kann und
will.
Was sodann den Druck anbelangt, so bin ich heute der-
selben Ansicht wie letzte Woche: Lass druchen und zwar
sofort und ohne Anmerkungen als Gelegenheitsrede ! Es
ist mir noch deutlicher geworden, welchen Schatz von
Anregungen und welchen Reichtum an Perspektiven der Vor-
trag enthält, da mir die darin enthaltenen Gedanken diese
Tage nachgelaufen sind und mich immer wieder beschäf-
tigt haben. Es wäre jammerschade, wenn Du jetzt diese
Aussprache verschwinden lassen wolltest! Publizierst
Du jetzt als Gelegenheitsrede, so schadet Dir das in
Keines Auge, es kann nur dazu dienen, dass Du um so eher
in der Anregung bleibst, vielleicht über diese Probleme
noch einmal eingehender Dich hören zu lassen. Dann
liegt auch in der Nichtpublikation für viele Leute ein
Dementi, das Du vermeiden musst. Du sollst diesen Vor-
trag und seine Perspektiven hochhalten und Dich freuen,
über diese Dinge gedacht und gesprochen zu haben. Mit
Dir werden zahlreiche Denker sich freuen und Dir für
das Gesagte von Herzen dankbar sein! Also: nochmals,
lass drucken!
Die Ernennung Einsteins habe ich heute durch die
Zeitung erfahren kurz bevor Dein Brief eintraf. Sie
hat mich überrscht, weil ich glaubte, Du seiest ganz
von dem Plane abgekommen, Dass Du mit einem gewissen
Schmerz den einen Teil Deines vieljährigen Pensums ab-
gibst, das begreife ich vollkommen. Ich habe solche
Beschränkungen auch erlebt und schwer empfunden. Es
gibt einen Gedanken, das Bittere daran zu überwinden,
nämlich dass der Rest, der geblieben, um so intensi-
ver gepflegt werden kann, und die wissenschaftliche Ar-
beit dabei um so intensiver dankbarer wird. Wenn nur das
Persön-
liche, das in dieser Berufung für Dich liegt, gut he-
rauskommt! Es gibt sehr noble Juden. Hoffen wir, er
sei so einer!
Und nun herzliche Grüsse von Haus zu Haus! Ich
verbleibe Dein
Eugen Huber90
Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 6. April 1912
Physikalisches Institut
der Universität Zürich
Rämistr. 69.
PROF. DR. A. KLEINER
Lieber!
Zwischen allerhand dringliche Bethätigung will
ich mir nun doch Zeit nehmen, Dir Folgendes
zu berichten: Mein lieber junger Kollege Debye
hat nun doch dem Ruf in’s Vaterland nicht widerstehn
können u zwar soll er womögl. schon in diesem Semester
antreten. Ich muß also wieder über Hals u. Kopf
eine Besetzung in diesen Tagen zu Wege bringen.
Die Sache läßt sich aber gut an; ich glaube, wir
kriegen wieder den besten, der zu haben ist — nur
freilich einen Debye gibt es wol kaum mehr;
aber Einstein u Debye, das sehe ich jetzt, haben
dieser Zürcher Professur ein Ansehen verschafft,
das uns nun zu Gute kommt; hoffentlich stabilisiren
sich nun die Verhältnisse.
Anna ist mit W. Oechsli nach Italien,
spec. Rom verduftet, Lisli’s Liebster hat eine
Stelle gekriegt, der Kleine geht wol bald nach
Maschwanden; der Jüngling oxt mit großem
Biereifer auf die examina hin, von denen er
aber durch e Militärdienst getrennt ein wird
u nächste Woche beginnt für mich das neue Semester
schon wieder (weil die Practicanten vorzeitig kommen)
M. l Frau gehts so ziemlich gut. So, das wäre
der Status, aus dem zu sehen ist, daß ich wirklich
Ferienentlastung auf die Sommerferien versparen
muß. Das Leben ist ein Unruhe u eine Verzehrung
Herzl Gruß
Dein
A. Kleiner
Z 6/IV 12
NB Locher hat wieder geheiratet.91
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Umfassend zu Leben und Werk Albert Einsteins, aus unterschiedlichsten Perspektiven und mit unterschiedlichster Schwerpunktsetzung, etwa Albrecht Fölsing, Albert Einstein, Eine Biographie, 2. Aufl., 1993; Walter Isaacson, Einstein, Die Biografie, 2024, in deutscher Übersetzung der englischen Originalausgabe von dems., Einstein. His Life and Universe, 2007; Max Flückiger, Albert Einstein in Bern, Das Ringen um ein neues Weltbild, Eine dokumentarische Darstellung über den Aufstieg eines Genies, 1974; Jürgen Neffe, Einstein, Eine Biographie, 2005; Schwarzenbach, Das verschmähte Genie, Albert Einstein und die Schweiz, 2012; Christof Rieber, Albert Einstein, Biografie eines Nonkonformisten, 2018; Samuel Graydon, Einstein, Ein Leben in 99 Teilchen, 2023.↩︎
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Brief von Albert Einstein an Michele Besso, vermutlich 6. März 1952, in: Pierre Speziali (Hrsg.), Albert Einstein, Michele Besso, Correspondance, 1903-1955, 1. Aufl., 1972, S. 464: «[Es ist] über die späteren Jahre meines Daseins mit einiger Ausführlichkeit berichtet worden…, und gerade über die Schweizer Entwicklungsjahre nicht. Dies erweckt eine nicht zutreffende Auffassung, wie wenn ich sozusagen erst in Berlin geboren worden wäre!»↩︎
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Über diese «Schweizer Entwicklungsjahre» insbesondere: Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 13 ff.; Schwarzenbach, Das verschmähte Genie (Fn. 1), S. 11 ff.; Flückiger, Einstein (Fn. 1), 1974, S. 11 ff.; Ann M. Hentschel/Gerd Graßhoff, Albert Einstein: «Jene glücklichen Berner Jahre», 2005, S. 7 ff.↩︎
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Unter ähnlicher Überschrift «Umwege eines ‘Wunderkinds’» über «Kindheit, Jugend auch Studentenjahre» bereits Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 45 ff.↩︎
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Brief von Albert Einstein an Michele Besso, vermutlich 6. März 1952, in: Speziali (Hrsg.), Einstein, Besso (Fn. 2), S. 464; zur Person Alfred Kleiner näher dazu Günther Rasche, Kleiner, Alfred, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 23.08.2024, https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/046483/2024-08-23/ (zuletzt besucht am 22. Dezember 2025).↩︎
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Zur Person Eugen Huber etwa Dominique Manaï-Wehrli, Huber, Eugen, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 27.09.2022, übersetzt aus dem Französischen, https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/004533/2022-09-27/ (zuletzt besucht am 22. Dezember 2025); ausführlich und mit umfangreichen Nachweisen Sibylle Hofer, Eugen Huber, Vordenker des Schweizer Zivilrechts, 2023.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, zwischen Weihnachten und Neujahr 1907, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*, digital verfügbar auch unter https://perma.cc/DZ4S-DJY8; soweit dieser Briefwechsel Einstein betrifft, finden sich die Briefe im Originalwortlaut unten N. 47 ff. wiedergegeben.↩︎
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Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 60 f.; Schwarzenbach, Das verschmähte Genie (Fn. 1), S. 26 f.; Herbert Hunziker, Albert Einstein und die Schweiz, Ein Bild von Carl Seelig, in: Pino Dietiker et al. (Hrsg.), Carl Seelig, Werk und Netzwerk, 2025, S. 217 ff., https://doi.org/10.30965/9783846768952_013, jeweils m.w.N.↩︎
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Vgl. zu solchen Wendungen etwa Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 19.↩︎
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Näher zu Einsteins Studium Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 63 ff., dort S. 45 ff. auch über den gescheiterten Versuch Einsteins, bereits 1895 ohne Matur über eine Aufnahmeprüfung an das Polytechnikum zu gelangen; zum Ganzen auch Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 47 ff., 57 ff.; Rieber, Einstein (Fn. 1), S. 82 ff.; Schwarzenbach, Das verschmähte Genie (Fn. 1), S. 11, 29 ff.; Graydon, Einstein (Fn. 1), S. 30 f., jeweils m.w.N.↩︎
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Zu Einsteins Diplomarbeit und seinen Abschlussnoten näher Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 85 f.; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 76 ff., jeweils m.w.N.↩︎
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Zum Hintergrund der Einreichung an der Universität Zürich vgl. etwa Flückiger, Einstein (Fn. 1), S. 90: «Die Dissertation, die … Einstein den Dr. phil. eintrug, mußte der Universität Zürich eingereicht werden. Erst im Jahre 1909 wurde an der ETH die Doktorpromotion möglich.»↩︎
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Vgl. dazu Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 93, 106 f., 108 f.; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 76 ff., 108 f.; Neffe, Einstein (Fn. 1), S. 130 f., dort jeweils auch zur Frage von vorangegangenen gescheiteren Forschungsprojekten, oder gar einem vorangegangenen ersten Dissertationsprojekt.↩︎
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Vgl. dazu den Brief von Mileva Marić an Helene Savić, vermutlich November oder Dezember 1901, in: Stachel et al. (Hrsg.), The Collected Papers of Albert Einstein, Volume 1, The early years, 1879-1902, Princeton 1987, S. 320: «Albert hat nun eine prachtvolle Arbeit verfasst, die er als Dissertation eingereicht hat. In ein paar Monaten wird er warscheinlich den Doctor kriegen. Ich habe sie mit grosser Freude und wahrer Bewunderung für mein kleines Schatzerl gelesen, das so einen gescheiten Kopf hat.»; sowie Albert Einstein, Quittung vom 1. Februar 1902, a.a.O., S. 331, dort: «Der Unterzeichnete bescheinigt hiemit, … die am
- Novbr. 1901 einbezahlte Promotionsgebühr von Frk. 230. … in baar zurückerhalten zu haben. Albert Einstein.»↩︎
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Brief von Albert Einstein an Mileva Marić, vermutlich 17. Dezember 1901, in: Stachel et al. (Hrsg.), The Collected Papers 1 (Fn. 14), S. 321; vgl. weiter Brief von Albert Einstein an Mileva Marić, vermutlich 28. November 1901, a.a.O., S. 326: «Wenn er sich aber untersteht, die Doktorarbeit zu refüsieren, dann werde ichs schwarz auf weiß veröffentlichen sammt der Arbeit & er wird blamiert sein.»↩︎
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Vgl. die Schilderung bei Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 89: «Einstein war in den ersten Ferienwochen [nach Abschluss seines Studiums] davon überzeugt, daß ihm eine solche Stelle gleichsam als Selbstverständlichkeit zufallen müßte. Die Professoren der Abteilung VI brauchten … mehrere Assistenten, und da … nur wenige Studenten eingeschrieben waren, konnte praktisch jeder Absolvent, wenn er nur wollte, nach dem Examen für einige Jahre Assistent werden. Dies galt allerdings nicht für Einstein, wie dieser bald auf leidvolle Weise erfahren mußte.»; dazu auch Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 87 f., 93 ff.↩︎
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Näher dazu Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 89 ff., dort S. 91: «Einstein [blieb] als einzigem Absolventen der Abteilung VI A seines Jahrgangs dieser erste Schritt auf der akademischen Karriereleiter versagt. So ganz ungerecht war das freilich nicht, zumindest nicht aus der Professorenperspektive, hatte Einstein doch von den vier Kandidaten die schlechteste Gesamtnote erhalten.»; Schwarzenbach, Das verschmähte Genie (Fn. 1), S. 56 f↩︎
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Dazu Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 94 ff., dort S. 95: «So deprimiert Albert Einstein zeitweilig gewesen sein mag, untätig war er nicht. Am 12. April 1901 hat er wohl einen Stapel frankierter Antwortpostkarten erstanden und gleich im Dutzend an Professoren abgesandt, deren Namen er, woher auch immer, kannte.»↩︎
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Vgl. Brief von Albert Einstein an Mileva Marić, vermutlich 4. April 1901, in: Stachel et al. (Hrsg.), The Collected Papers 1 (Fn. 14), S. 284 ff., dort S. 285; näher dazu Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 97 f.; Graydon, Einstein (Fn. 1), S. 52 f.; verantwortlich machte Einstein dafür einen seiner Professoren aus seiner Zeit am Polytechnikum, Heinrich Friedrich Weber: «Ich hätte … längst eine solche [Stelle als Assistent an einer Universität] gefunden, wenn Weber nicht ein falsches Spiel gegen mich spielte.», so Brief von Einstein an Marcel Grossmann, vermutlich 14. April 1901, in: Stachel et al. (Hrsg.), The Collected Papers of Albert Einstein (Fn. 19), S. 290, Klammerzusatz hinzugefügt; vgl. weiter Einstein an Mileva Marić, vermutlich 27. März 1901, a.a.O., S. 282: «Ich bin überzeugt, daß es unter diesen Umständen keinen Sinn hätte, nochmals an Professoren zu schreiben, da es sicher ist, daß sie sich alle bei Weber erkundigen würden, wenn es weit genug wäre, und dieser wieder eine schlechte Auskunft gäbe.»; näher dazu, insbesondere zu dem zuletzt angespannten Verhältnis Einsteins zu Weber, Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 97 f.; Flückiger, Einstein (Fn. 1), S. 14; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 58 ff., 76 ff., 95 f.; Schwarzenbach, Das verschmähte Genie (Fn. 1), S. 37 f., jeweils m.w.N.↩︎
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Zu den diesbezüglichen Entwicklungen näher Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 98 ff.; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 98, 113 ff., 116 ff.; Flückiger, Einstein (Fn. 1), S. 13 ff., 53 ff.; Schwarzenbach, Das verschmähte Genie (Fn. 1), S. 65 ff.; zu weiteren Bewerbungen Einsteins und insbesondere auch seiner zwischenzeitlichen Aushilfsstelle am Technikum Winterthur, Fölsing., a.a.O., S. 99, 102 ff., 115 ff.; vgl. über diese Tätigkeit Brief von Albert Einstein an Jost Winteler, vermutlich 8. Juli 1901, in: Stachel et al. (Hrsg.), The Collected Papers 1 (Fn. 1), S. 310: «Meine hiesige Thätigkeit hat mir ganz ungemein gefallen. Ich habe nie geahnt, daß ich eine solche Freude am Lehren haben würde, wie es thatsächlich der Fall war. Wenn ich am Morgen 5 oder 6 Stunden gegeben habe, bin ich noch ganz frisch und arbeite nachmittags in der Bibliothek an meiner Weiterbildung oder zuhause an interessanten Projekten.»↩︎
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Vgl. Brief von Albert Einstein an Marcel Grossmann, vermutlich 14. April 1901, in: Stachel et al. (Hrsg.), The Collected Papers of Albert Einstein (Fn. 14), S. 290: «Ich brauche Dir wohl kaum zu sagen, daß ich glücklich wäre, wenn ich einen so schönen Wirkungskreis erhalten könnte»; näher zum Ganzen Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 98 ff., m.w.N.↩︎
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Vgl. Brief von Albert Einstein an Mileva Marić, vermutlich 15. April 1901, in: Stachel et al. (Hrsg.), The Collected Papers 1 (Fn. 14), S. 291 ff., dort S. 292: «Vorgestern Abend kriegte ich … einen Brief, … daß ich wahrscheinlich im Amte zum Schutze geistigen Eigentums in Bern bald eine bleibende Stellung bekommen werde! Ist das nicht fast zu viel auf einmal? Denk Dir, was für eine wunderbare Arbeit das für mich wäre! Ich wäre überglücklich, wenn etwas daraus würde».↩︎
-
So Brief von Albert Einstein an Jost Winteler, vermutlich 8. Juli 1901, in: Stachel et al. (Hrsg.), The Collected Papers 1 (Fn. 1), S. 310.↩︎
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Näher zum Bewerbungsverfahren, zur Ernennung und zum späteren Werdegang Einsteins am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 98 ff., 108 f., 121 ff., dort S. 121 ff., 254 ff.; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 116 f., jeweils m.w.N.↩︎
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Vgl. dazu soeben bei Fn. 23.↩︎
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Brief von Albert Einstein an Michele Besso, vermutlich Januar 1903, in: Speziali (Hrsg.), Einstein, Besso (Fn. 2), S. 4.↩︎
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Näher zum Ganzen Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 132 f.: «Üblicherweise galt die Promotion als Voraussetzung für die Habilitation, aber irgend jemand … muß Einstein auf die Berner Ausnahmeregelung aufmerksam gemacht haben, nach der Promotion und auch Habilitationsschrift wegfallen konnten bei ‘sonstigen hervorragenden Leistungen’ … Man kann sich aber leicht vorstellen, daß die Ordinarien der Fakultät das Ansinnen Einsteins als nichts anderes als jugendliche Dreistigkeit empfinden konnten. Die Ausnahmeregelung war für erstrangige ‘sonstige Leistungen’ würdiger Herren vorgesehen und nicht schon für zwei Artikel eines Grünschnabels in den ‘Annalen’.»; vgl. zum Ganzen auch Flückiger, Einstein (Fn. 1), S. 111 ff.; Schwarzenbach, Das verschmähte Genie (Fn. 1), S. 86 ff.↩︎
-
Brief von Albert Einstein an Michele Besso, vermutlich 17. März 1903, in: Speziali (Hrsg.), Einstein, Besso (Fn. 2), S. 14.↩︎
-
Zu den Hintergründen und Geschehnissen Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 146 ff.; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 146 ff., jeweils m.w.N.↩︎
-
Brief von Albert Einstein an Direktion des Erziehungswesens, 17. Juni 1907, zitiert nach Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 260.↩︎
-
Protokoll der Fakultätssitzung vom 28. Oktober 1907, zitiert nach Flückiger, Einstein (Fn. 1), S. 115.↩︎
-
A.a.O.; näher zum Ganzen auch Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 260 f.; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 201; Hentschel/Graßhoff, Einstein (Fn. 3), S. 103 ff.↩︎
-
Brief von Albert Einstein an Paul Gruner, 11. Februar 1908, als Faksimile abgedruckt bei Flückiger, Einstein (Fn. 1), S. 117.↩︎
-
Näher zum Verfahren Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 272 f.; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 207 f.; Flückiger, Einstein (Fn. 1), S. 119 ff., jeweils m.w.N.↩︎
-
Zur Person Kleiners bereits hier oben Fn. 5.↩︎
-
Zu den Geschehnissen um die Berufung Einsteins nach Zürich etwa Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 283 ff.; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 208 ff.↩︎
-
Zur Frage einer Konkurrenz zu Friedrich Adler etwa Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 284 ff.; umfassend zu Friedrich Adler bei Rudolf G. Ardelt, Friedrich Adler, Probleme einer Persönlichkeitsentwicklung um die Jahrhundertwende, Wien 1984, für den vorliegenden Zusammenhang insbesondere S. 156 ff.↩︎
-
Brief von Friedrich Adler an Victor Adler, 19. Juni 1908, zitiert nach Ardelt, Adler (Fn. 38), S. 164, Klammerzusatz hinzugefügt; dort S. 164 weiter: «Also objectiv ist die Sache … eine sehr schöne, daß dieser Mann sich durchgesetzt hat, trotz aller Schwierigkeiten, und stärkt den Glauben, daß man kann, wenn man will», Hervorhebung im Original; dazu auch Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 284 f.↩︎
-
Das Vorstehende in einem Brief von Albert Einstein an Jakob Johann Laub, 19. Mai 1909, Hochschularchiv der ETH Zürich, Signatur Hs 304:56; in englischer Übersetzung abgedruckt in: Anna Beck/Don Howard (Hrsg.) The collected papers of Albert Einstein, Volume 5, The Swiss years: Correspondence, 1902-1914, Princeton 1995, S. 120; vgl. mit Hinweisen hierauf auch Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 285; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 209; Flückiger, Einstein (Fn. 1), S. 124; Hentschel/Graßhoff, Einstein (Fn. 3), S. 107 ff.↩︎
-
Brief von Albert Einstein an Michel Besso, 6. März 1952, in: Speziali (Hrsg.), Einstein, Besso (Fn. 2), S. 464.↩︎
-
Brief von Friedrich Adler an Victor Adler, 1. Juli 1908, zitiert nach Ardelt, Adler (Fn. 38), S. 164, Klammerzusatz hinzugefügt.↩︎
-
Brief von Albert Einstein an Jakob Johann Laub, 30. Juli 1908, Hochschularchiv der ETH Zürich, Signatur Hs 304:53; in englischer Übersetzung abgedruckt in: Anna Beck/Don Howard (Hrsg.) The collected papers 5 (Fn. 40), S. 81.↩︎
-
Brief von Albert Einstein an Jakob Johann Laub, 19. Mai 1909, Hochschularchiv der ETH Zürich, Signatur Hs 304:56; in englischer Übersetzung abgedruckt in: Anna Beck/Don Howard (Hrsg.) The collected papers 5 (Fn. 40), S. 120; vgl. mit Hinweisen hierauf auch Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 286.↩︎
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Brief von Friedrich Adler an Victor Adler, 28. November 1908, zitiert nach Ardelt, Adler (Fn. 38), S. 165, Klammerzusatz hinzugefügt.↩︎
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Brief von Friedrich Adler an Victor Adler, 28. November 1908, zitiert nach Ardelt, Adler (Fn. 38), S. 165; dort S. 165 weiter: «Ich redete ihm [Kleiner] wie einem kranken Roß zu, einmal dem Schwanken ein Ende zu machen und Einstein zu berufen. Und ich hoffe erreicht zu haben, daß die Sache vor Weihnachten noch entschieden werde.», Klammerzusatz hinzugefügt.↩︎
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Brief von Albert Einstein an Jakob Johann Laub, 19. Mai 1909, Hochschularchiv der ETH Zürich, Signatur Hs 304:56; in englischer Übersetzung abgedruckt in: Anna Beck/Don Howard (Hrsg.) The collected papers 5 (Fn. 40), S. 120; zum Vortrag Einsteins etwa auch Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 286; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 210, m.w.N.↩︎
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Digitalisat verfügbar unter Einstein, Albert, Prof. Dr. (geb. 1879), Physiker und Mathematiker, von Deutschland und Zürich, Signatur U 110.3.44, https://suche.staatsarchiv.djiktzh.ch/detail.aspx?ID=637593 (zuletzt besucht am 22. Dezember 2025); zu diesem Dokument etwa auch Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 211; Hentschel/Graßhoff, Einstein (Fn. 3), S. 109 f.↩︎
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Zum Bericht Kleiners an die Fakultät etwa Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 287; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 210 f.↩︎
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Hervorhebungen im Original.↩︎
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Vgl. die Schilderung im Brief von Friedrich Adler an Victor Adler, 19. März 1909, zitiert nach Ardelt, Adler (Fn. 38), S. 166: «’Die Obermufti sollen nur sehen, wie sie weiterkommen.’ Das war gegen die Regierung gemeint. Es kam heraus, daß die Fakultät einen Vorschlag gemacht habe, die Regierung aber Schwierigkeiten mache. …. Ich ging nun zum Regierungsrat Ernst … wir hatten ein mehr als einstündiges Gespräch, wobei herauskam, daß der Vorgeschlagene tatsächlich Einstein sei. Er erkundigte sich bei mir nach ihm, und ich gab ihm eine solche Schilderung, daß er schließlich sagte: ‘Ja, aber Sie wissen über den Mann nur lauter Rühmenswertes zu erzählen, und er ist doch eigentlich Ihr Nebenbuhler.’»; Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 288 f.; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 208 f.↩︎
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Näher zum Verfahren Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 289; Isaacson, Einstein (Fn. 1), S. 211 f.; vgl. bei Fölsing, Einstein (Fn. 1), S. 290 f., zudem noch über den kurz zuvor, am 9. Juli 1909, an Einstein verliehenen Ehrendoktor der Universität Genf.↩︎
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Brief von Albert Einstein an Jakob Johann Laub, 19. Mai 1909, Hochschularchiv der ETH Zürich, Signatur Hs 304:56; in englischer Übersetzung abgedruckt in: Anna Beck/Don Howard (Hrsg.) The collected papers 5 (Fn. 40), S. 120.↩︎
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Zur Person Eugen Huber bereits hier oben Fn. 6.↩︎
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Die Briefe von Alfred Kleiner an Eugen Huber finden sich im Schweizerischen Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*; digital und mit (teils automatischen) Transkriptionen sind die Briefe zugänglich über das Projekt www.iurisprudentia.online bzw. direkt über die unten N. 47 ff. angeführten Links.↩︎
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Die Briefe, Briefentwürfe, -abschriften und -kopien von Eugen Huber an Alfred Kleiner finden sich im Schweizerischen Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3*; digital und mit (teils automatischen) Transkriptionen sind die Briefe zugänglich über das Projekt www.iurisprudentia.online bzw. direkt über die unten N. 47 ff. angeführten Links.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 4. Quartal 1907, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*, Klammerzusatz hinzugefügt; siehe unten N. 48.↩︎
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Zu Christian Moser etwa Andreas Verdun, Moser, Christian, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12.02.2009, https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/031895/2009-02-12/ (zuletzt besucht am 22. Dezember 2025).↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, zwischen Weihnachten und Silvester 1907, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*, Klammerzusatz hinzugefügt; siehe unten N. 49.↩︎
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Brief(entwurf) Eugen Huber an Alfred Kleiner, 28. Dezember 1907, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3*; siehe unten N. 50.↩︎
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Brief(entwurf) Eugen Huber an Alfred Kleiner, 13. Januar 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3*; siehe unten N. 51.↩︎
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Zu Paul Gruner etwa Viktor Gorgé, Gruner, Paul, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 30.11.2006, https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/032081/2006-11-30/ (zuletzt besucht am 22. Dezember 2025); näher zum Verhältnis zu Einstein etwa Hentschel/Graßhoff, Einstein (Fn. 3), S. 102 ff.↩︎
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Zu Aimé Forster etwa Photographische Gesellschaft Bern, Gründer und erster Präsident, https://www.pgbern.ch/geschichte/persoenlichkeiten/forster_aime (zuletzt besucht am 22. Dezember 2025).↩︎
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Brief(entwurf) Eugen Huber an Alfred Kleiner, 13. Januar 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3*; siehe unten N. 51; zu Einsteins Verhältnis zu Forster und Gruner rückblickend Brief von Albert Einstein an Michele Besso, vermutlich 6. März 1952, in: Speziali (Hrsg.), Einstein, Besso (Fn. 2), S. 464: «Es war nicht Gruner, der sich gegen meine Habilitation sträubte sondern der damalige Ordinarius für Physik, ein gewisser Forster, über dessen Inkompetenz unter den jüngeren Leuten drastische Geschichten in Umlauf waren (Gruner war immer freundlich zu mir). … Es ist aber oft so, dass in kleinen Fakultäten ein paar alte Kracher – wie wir es jetzt sind – zusammenhalten und das Regiment führen.»↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 17. Januar 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*; siehe unten N. 52.↩︎
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A.a.O.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 22. Januar 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*; siehe unten N. 53.↩︎
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Zu Walther Burckhardt etwa Alfred Kölz, Burckhardt, Walther, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 01.09.2003, https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/015767/2003-09-01/ (zuletzt besucht am 22. Dezember 2025).↩︎
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Brief(entwurf) Eugen Huber an Alfred Kleiner, 26. Januar 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3*; siehe unten N. 55.↩︎
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Brief Walther Burckhardt an Eugen Huber, 25. Januar 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#487-13*; siehe unten N. 54; dieser «Bericht» Burckhardts konnte (noch) nicht aufgefunden werden.↩︎
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Brief(entwurf) Eugen Huber an Alfred Kleiner, Frühjahr 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3*; siehe unten N. 56.↩︎
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Brief(entwurf) Eugen Huber an Alfred Kleiner, 10. Juni 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3*; siehe unten N. 57.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 12. Juni 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*; siehe unten N. 58.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 10. Mai 1909, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*; siehe unten N. 59.↩︎
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Brief(entwurf) Eugen Huber an Alfred Kleiner, 11. Mai 1909, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3*; siehe unten N. 60.↩︎
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Zu Peter Debye etwa Günter Scharf, Debye, Peter, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 18.11.2015, https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/028806/2015-11-18/ (zuletzt besucht am 22. Dezember 2025).↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 6. April 1909, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*; siehe unten N. 61.↩︎
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Die Briefe von Alfred Kleiner an Eugen Huber finden sich im Schweizerischen Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1, ebenso die Briefe, Briefentwürfe, -abschriften und -kopien von Eugen Huber an Alfred Kleiner, Signatur Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3; digital und mit (teils automatischen) Transkriptionen sind die Briefe zugänglich über das Projekt www.iurisprudentia.online bzw. direkt über die im folgenden angeführten Links.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 4. Quartal 1907, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, zwischen Weihnachten und Neujahr 1907, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*.↩︎
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Brief(entwurf) Eugen Huber an Alfred Kleiner, 28. Dezember 1907, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3*.↩︎
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Brief(entwurf) Eugen Huber an Alfred Kleiner, 13. Januar 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3*.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 17. Januar 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 22. Januar 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*.↩︎
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Brief Walther Burckhardt an Eugen Huber, 25. Januar 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#487-13*.↩︎
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Brief(entwurf) Eugen Huber an Alfred Kleiner, 26. Januar 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3*.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, undatiert, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 12. Juni 1908, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 10. Mai 1909, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*.↩︎
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Brief(entwurf) Eugen Huber an Alfred Kleiner, 11. Mai 1909, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#498-3*.↩︎
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Brief Alfred Kleiner an Eugen Huber, 6. April 1912, Schweizerisches Bundesarchiv, Signatur J1.109-01#1000/1276#503-1*.↩︎